Sportler des Jahres

Montag, 27. Juni 2016

Weltmeister und Sportler des Jahres: Rudi Altig mit 79 Jahren gestorben

Den Startschuss zu dem Rennen, das nach ihm benannt wurde, wird er nicht mehr geben. Und den Pokal, der eigens für das erste Weltcup-Rennen auf dem Nürburgring von einem Top-Designer kreiert wurde, wird er nicht mehr übergeben. Deutschlands Radsport-Legende Rudi Altig, der „Sportler des Jahres“ von 1966, erlag am Samstag in einem Hospiz im rheinland-pfälzischen Remagen im Alter von 79 Jahren einem Krebsleiden. Noch Mitte Mai war er Gast bei einer Veranstaltung auf der berühmt-berüchtigten „Grünen Hölle“ in der Eifel, dort wo er vor 50 Jahren Straßenweltmeister wurde. Ein Titel, der ihm im gleichen Jahr auch zum Sprung auf das oberste Treppchen bei der Wahl zu Deutschlands „Sportler des Jahres verhalf.“

Mit dem „Rudi-Altig-Rennen“, einem Wettbewerb der höchsten Kategorie der UCI, des Weltradsport-Verbandes, sollte Altigs Leistung vor einem halben Jahrhundert noch einmal gewürdigt werden. „Das war schon etwas ganz Besonderes damals, hier den Weltmeister-Titel zu gewinnen. Der Nürburgring war ein Mythos, schon in den 1960er Jahren“, sagte Altig, der es zu gerne gesehen hätte, wenn einer seiner vielen Nachfolger es ihm an anderer Stelle gleichgetan hätte. Aber kein Wolfshohl, kein Thurau, kein Braun, kein Ullrich oder kein Zabel konnte in die Fußstapfen des gebürtigen Mannheimers treten, der bis heute der letzte deutsche Radsport-Weltmeister auf der Straße geblieben ist.

Altig blieb dem Radsport immer verbunden. Ob als Bundestrainer der Amateure, als Experte bei Fernseh-Übertragungen von Radsport-Großereignissen, als Rennleiter oder einfach nur als Freund und Ratgeber. Der gelernte Kfz-Elektriker war nicht nur ein Meister im Sattel sondern auch ein Ausbund an Bescheidenheit. Nie stellte er sich oder seine Person über Gebühr ins Licht der Öffentlichkeit. Immer ging es ihm um die Sache, um seinen Sport. Und die festlichen Veranstaltungen beim „Sportler des Jahres“ genoss Rudi Altig immer in vollen Zügen. Noch vor zwei Jahren, mit den Sportgrößen aus seiner Zeit wie Manfred Germar und Heinz Fütterer gemeinsam an einem Tisch, war Rudi Altig ein lebenslustiger und eloquenter Unterhalter. Einer der erzählen und zuhören gleichermaßen konnte.

Seinen 80. Geburtstag am 18. März kommenden Jahres wollte er groß feiern. Im Kurhaus von Bad Neuenahr an der Deutschen Rotweinstraße. Damit stieß er besonders gerne an. Dazu wird es nicht mehr kommen. Rudi Altig hat viele bedeutende Rennen gewonnen. Sein letztes, den Kampf gegen den Krebs, hat er auf der Zielgeraden verloren.

Bild: Jürgen C. Braun

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Das Jahrbuch zum Sportler des Jahres 2015 ist hier zum Download als PDF erhältlich.

 

 

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