Sportlerin des Jahres 1976 feiert 60. Geburtstag / Bodenständig, charmant
Reit im Winkl. In der weiten Welt des Sports herrscht kein Mangel an Athletinnen, die Rosi, Rosa und Rosalyn heißen oder einen Vornamen tragen, der so ähnlich klingt. Aber es gibt genau eine Dame, auf die der Beiname „Gold-Rosi“ zutrifft. Und die wurde am Donnerstag (5. August) 60 Jahre alt: Rosi Mittermaier, die bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck die Skiwelt verzauberte und seither zu den „A-Promis“ in Deutschland zählt.
Es war ein gigantischer Auftritt der alpinen Skisportlerin von der Winklmoosalm: Gold in der Abfahrt, Gold im Slalom und Silber im Riesenslalom. Dazu kamen die WM-Titel in Abfahrt, Slalom und Kombination. Die damals 25-jährige Allrounderin hatte in einer Art und Weise reüssiert, wie man es nur selten erlebt. Nach den Triumphfahrten im Februar 1976 erklärte Rosi Mittermaier am 12. März des gleichen Jahres das Ende der Karriere – auf dem Gipfel. Denn in diesem Super-Winter gewann sie auch noch den Gesamtweltcup sowie den Weltcup im Slalom und in der Kombination. Eine Steigerung war nicht mehr denkbar. Dass Rosi Mittermaier Monate später zur Sportlerin des Jahres gewählt wurde, stellte alles andere als eine Überraschung dar, sondern war die Krönung für die Skikönigin.
Begonnen hatte ihr Aufstieg in den Olymp knapp zehn Jahre zuvor. Ihr Weltcupdebüt trägt das Datum vom 1. Februar 1967, es folgten zehn Weltcupsiege und Auszeichnungen auf vielerlei Ebenen. 1980 heiratete sie den ehemaligen Skirennläufer Christian Neureuther, aus der Ehe gingen die Kinder Felix, inzwischen selbst ein Topmann auf den schmalen Brettern, und Ameli hervor. Heute engagiert sich die Jubilarin, die u. a. den Bayerischen Verdienstorden erhielt, beispielsweise im Ehrenpräsidium des Organisationskomitees der alpinen Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen.
Mittlerweile bewegt sich Frau Mittermaier zusammen mit ihrem Gatten mit jeweils zwei Stöcken. Sie engagieren sich für Nordic Walking und touren quasi als Botschafter für diese Trend-Sportart durch die Lande. Auf ihre sportlichen Siege wird sie immer noch angesprochen, ihre Schwestern Heidi und Evi standen als Skirennfahrerinnen stets im Schatten der Rosi.
Ihr Ansehen ist nach wie vor enorm – auch Jahrzehnte nach dem Abschied aus dem Rampenlicht. Dieses Phänomen lässt sich einfach erklären. Rosi ist sich stets treu geblieben, sie spricht Dialekt und lächelt so herzlich wie früher auf dem Siegertreppchen. Und sie kann sich so richtig freuen, wenn junge Sportlerinnen wie Maria Riesch oder ihr Sohn Felix unter ganz anderen Bedingungen die Hänge erfolgreich runterrasen. Eklats, Skandale oder Affären blieben in ihrem Leben stets Fremdworte, weil sie ein bodenständiger Typ war und ist, wie man ihn heute kaum noch findet.
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