1400 Journalisten wählen „Sportler des Jahres“ / Auszeichnung für Britta Heidemann
Baden-Baden. Paul Biedermann, Steffi Nerius und die DFB-Fußballfrauen sind Sportler, Sportlerin und Mannschaft des Jahres 2009. Mehr als 1400 Fachjournalisten gaben dieses Votum bei der 63. Abstimmung seit 1947, veranstaltet durch die Sportnachrichtenagentur ISK, ab. Schwimmer Biedermann gewann mit deutlichem Vorsprung, enger war es bei der „Damenwahl“ und in der Teamwertung.
Traumhaftes Karriere-Finale für Steffi Nerius: Die Leverkusener Speerwerferin, die bereits 1993 in Stuttgart WM-Atmosphäre schnupperte, schloss mit ihrem Sieg im Berliner Olympiastadion einen goldenen Kreis. Die Wahl zur Sportlerin 2009 ist das „Sahnehäubchen“ ihrer Karriere. Die 37-Jährige, die ihr Wissen nun „fulltime“ an behinderte Athleten weitergibt, setzte sich mit 3443 Punkten vor Schwimmstar Britta Steffen (2741) durch. Die Berlinerin, im letzten Jahr in Baden-Baden als Nr. 1 gekürt, dominierte in Rom über „ihre“ Freistilstrecken 50 und 100 Meter. 1934 Zähler sammelte Ski-Ass Maria Riesch als Dritte, sie kam per „Shuttle-Flug“ und (wetterbedingt) über Umwege von der Weltcuppiste in Val d’Isere ins Baden-Badener Kurhaus.
Mit 3569 Zählern dominierte Paul Biedermann die Wahl ähnlich sicher wie das WM-Schwimmen über 200 m Freistil gegen Superstar Michael Phelps im Sommer. Auch die 400 m gewann der Hallenser in Weltrekordzeit. Ein herausragendes Jahr für den Schwimmer und verdienter Lohn durch die Medienmacher.
Platz 2 im Formel-1-Championat und „Silber“ in Baden-Baden: Sebastian Vettel (2034) elektrisierte die Motorsportfans mit vier Grand-Prix-Siegen und seiner jugendlich unbekümmerten Art, aufs Gaspedal zu treten. Robert Harting (3./1437) ließ seinen dunklen Anzug heil, in Berlin bei der Leichtathletik-WM zerriss er vor Freude über WM-Gold im Diskuswurf sein Trikot in Fetzen.
Besser geht’s nicht: Mit dem fünften EM-Titel in Serie empfahlen sich die Frauen der Fußball-Nationalmannschaft, wie 2003, als „Mannschaft des Jahres“. Damit ließen die Kickerinnen von Bundestrainerin Silvia Neid nicht nur alle anderen Sportarten hinter sich, sondern auch das „starke Fußball-Geschlecht“: Die deutschen Meister vom VfL Wolfsburg wurden Zweite, vor den Ruder-Recken des „Deutschland-Achters“ nach ihrem souveränen WM-Comeback.
Mit dem „Sparkassenpreis für Vorbilder im Sport“ wurde Fechterin Britta Heidemann von Heinrich Haasis, dem Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, ausgezeichnet. Die Olympiasiegerin engagiert sich nach ihrem Studium der chinesischen Regionalwissenschaften für ein positives Chinabild in Deutschland, außerdem fungiert die 26-Jährige als Schirmherrin der Aktion „Kinderträume 2011“. Britta Heidemann setzt das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro für die Jugendarbeit des TSV Bayer Leverkusen und des Deutschen Fechterbundes ein.
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