Die Wahl „Sportlerin des Jahres“ 2010 könnte eigentlich fast morgen beginnen. 19 der 30 olympischen Medaillen von Vancouver sicherte sich das zarte Geschlecht. Und man kann einen Inukshuk (das steinerne Symbol der Spiele) wetten, dass die Goldkinder von Whistler und Richmond auch bei der Gala im Dezember in Baden-Baden eine wichtige Rolle spielen werden. Beispiele gefällig? Biathlon-Queen Magdalena Neuner, Erste bei der Wahl 2007, kehrte mit zweimal Gold plus Silber ins Bayerische nach Wallgau zurück. Der Empfang der Fans, überbordend, war nichts für schwache Nerven. Wie auch die beiden Goldläufe von Maria Riesch (Zweite der letzten Sportler-Umfrage unter den Fachjournalisten) auf der Piste.
Zehnmal Gold, Platz 2 in der Nationenwertung. Die Fünfringe-Delegation des DOSB erfüllte im kanadischen Westen fast alle Erwartungen. Einmal davon abgesehen, dass in den coolen Sportarten (Freestyle, Snowboard) Nachholbedarf besteht. Eine professionelle Halfpipe beispielsweise besitzt das Wintersport-Eldorado Germany nicht. Hier ist Handlungsbedarf angesagt. Auch im Hinblick auf die Bewerbung von München für die übernächsten Winterspiele 2018, die am Pazifik weiteren Rückenwind erhielt.
Mit Newcomerin Viktoria Rebensburg (Riesenslalom), der souveränen Tatjana Hüfner (Rodeln) sowie der dreifachen Medaillengewinnerin Stephanie Beckert bei ihren ersten Spielen im Eisschnelllaufen meldeten drei weitere erfolgreiche Frauen Ansprüche an. Hinzu kommen die Sprintstaffel im Langlauf sowie die Golden Girls um Anni Friesinger-Postma, denen im Team Pursuit der spektakulärste Coup vorbehalten blieb. Wären das schon Anwärterinnen auf den Titel „Mannschaft des Jahres“…? Fest steht: die Bilder der Spiele, von den Fernsehleuten in High Definition gesendet, dürften bei den Vorschauen auf die 64. Abstimmung wieder im Mittelpunkt stehen. Und das Kurhaus von Baden-Baden sollte, wie im vergangenen Dezember, sein bestes weißes Kleid anlegen: als Referenz an die Olympiasieger der XXI. Spiele.
In den Mittelpunkt bei den Männern könnte ein bärenstarker Blondschopf rücken, der dann auf eine (unglaubliche) Karriere zurückblickt. André Lange (36) beendete seine Laufbahn im Eiskanal nach den Plätzen 1 und 2. Goldige Kufen hatte auch Schlitten-Star Felix Loch, der zunehmend in Schorsch Hackls Spuren wandelt. Da müssen sich die Sommer-Sportler in den kommenden Monaten ins Zeug legten, um die Schnee&Eis-Fraktion Paroli zu bieten. Gelegenheiten gibt es zur Genüge: der zweimalige Sportler des Jahres (1995, 2004) Michael Schumacher sitzt wieder im Cockpit der Formel 1. Die Fußballer von Jogi Löw rüsten für die Südafrika-WM. Für Leichtathleten und die Schwimmer um „Sportler des Jahres“ Paul Biedermann bilden die Europameisterschaften das Saison-Highlight.
Die unglaubliche Begeisterung von „Fan“-couver mit den Gastgebern als Big Winner (14 Mal Gold), tollen Szenen und hohen TV-Quoten in der Heimat aber schrieb Sport-Geschichte. An die sich die Juroren bei ihrem Plebiszit in gut acht Monaten sicherlich erinnern.
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