Alpin-Bilanz: solo due medaglie

Alpin-Bilanz: solo due medaglie

Emma Aicher
Alpin-Bilanz: solo due medaglie

Zuerst die Medaillen, dann das Drama – die deutschen Alpinen haben bei den Olympischen Winterspielen fast alles erlebt. Allerdings sorgten für beides nur die Frauen. Die Männer, die ihre Rennen in Bormio austrugen, hatten mit den Medaillenvergaben nichts zu tun. Der neunte Platz von Linus Straßer im Slalom war die beste Platzierung eines deutschen Skirennläufers. Dass sich der Dritte von Kitzbühel darüber nicht freuen konnte, ist selbstverständlich. Aber noch mehr als sein Abschneiden zum Abschluss der Männer-Wettbewerbe auf der Stelvio-Piste schien den Münchner die Atmosphäre in dem kleinen Ort im Veltlin zu stören. „Hier sind Emotionen, wenig Interaktionen mit Fans – das macht es doch eigentlich aus. Es ist absolut steril“, kritisierte er.

Bei den deutschen Frauen im sechs Autostunden entfernten Cortina d’Ampezzo herrschte dagegen lange beste Stimmung. Emma Aicher hatte dem Sportvorstand des Deutschen Skiverbandes, Wolfgang Maier, Medaillen versprochen – geliefert.  Gleich zum Auftakt holte die gebürtige Schwedin Silber in der Abfahrt. Den Olympiasieg verpasste sie nur um vier Hundertstelsekunden. Nach der ersten Medaillenfeier im Deutschen Haus kündigte sie an, sie werde „genauso weitermachen“. Und nur zwei Tage nach der Abfahrt stand sie tatsächlich schon wieder auf dem Siegerpodest. In der Teamkombination holte die 22-Jährige zusammen mit Kira Weidle-Winkelmann Silber.

Dass Aicher innerhalb von vier Tagen von den langen auf die kurzen und zurück auf die längeren Bretter wechseln musste, war für sie kein Problem.  „Ich brauche vielleicht ein zwei Tage“, sagte Aicher, „um wieder drin zu sein“, in der anderen Disziplin meint sie. Dass sie im anschließenden Super-G ausschied (wie Kira Weidle-Winkelmann), hatte dann nichts mit dem Wechsel zurück auf die längeren Ski zu tun. Dieser Wettbewerb war der einzige, bei dem die Deutschen nicht bis zum Schluss um Medaillen kämpften.

In den technischen Disziplinen hatte Lena Dürr die Hauptrolle von Emma Aicher übernommen. Die 34-Jährige vom SV Germering sorgte zunächst im Riesenslalom für eine Überraschung, als sie den ersten Durchgang als Zweite beendete. Noch nie zuvor in ihrer Karriere war Dürr so gut in dieser Disziplin gefahren. Im Finallauf übersah sie kurz vor dem Ziel eine Welle – und fiel auf den neunten Platz zurück. Aber es kam noch schlimmer. Im Slalom war Dürr wieder Zweite, wieder hatte sie die Medaille vor Augen – und fädelte im ersten Tor ein. Kein Happy End für die so gut gestarteten Deutschen auf der „Olimpia delle Tofane“.

Bild: picture alliance

Teilen Sie diesen Beitrag