Alpin-Frauen: Medaillen in Cortina…

Alpin-Frauen: Medaillen in Cortina…

Alpin-Frauen: Medaillen in Cortina…

Die Vorleistungen der Deutschen im alpinen Ski-Weltcup sind nicht schlecht, besser als in den vergangenen Jahren vor Großereignissen, aber wie so oft ungleich verteilt. Die Frauen haben den Männern in diesem Winter wieder einmal die Show gestohlen. Emma Aicher, Kira Weidle-Winkelmann und Lena Dürr, die zusammen mit Jessica Hiltzinger die kleine aber feine Mannschaft für die olympischen Ski-Wettbewerbe in Cortina d’Ampezzo bilden, holten acht der neun Podestplätze.

Vor allem Emma Aicher rückte in den Fokus. Die 22-Jährige tritt nach jeweils einem Sieg in der Abfahrt und im Super-G sowie drei dritten Plätzen im Slalom gleich in mehreren Disziplinen mit Medaillenchancen an. Dass sie im letzten Rennen vor den Winterspielen in Crans-Montana nach einem, wie sie selbst sagte, „Anfängerfehler“, gestürzt ist, dürfte keine Spuren hinterlassen haben. Misserfolge hakt Aicher erstaunlich schnell ab, lässt sich aber auch von Erfolgen nicht von ihrer Linie abbringen.

Druck hat die gebürtige Schwedin mit der hohen Resilienz bisher nicht verspürt. Sie habe „im Augenblick die Leichtigkeit des Seins“, sagt DSV-Sportvorstand Wolfgang Maier, der zwei Medaillen bei den Alpinen anpeilt. Es sind bereits Aichers zweite Winterspiele, aber die ersten als Medaillenfavoritin. Das könne auch bei der sonst so unaufgeregten Athletin etwas verändern, meint Maier. Wichtig werde es deshalb sein, dass die Trainer ihr „diese Leichtigkeit weiterhin vermitteln können“.

In Kira Weidle-Winkelmann hat der DSV in den schnellen Disziplinen eine weitere Kandidatin fürs Treppchen. Nach ein paar schwierigen Wintern kehrte die 29-Jährige in dieser Saison in die Riege der besten Abfahrerinnen zurück. Nach zwei zweiten Plätzen belegt sie hinter Lindsey Vonn aus den USA und Aicher den dritten Platz im Disziplinen-Weltcup. Und mit der Strecke in Cortina verbindet Weidle-Winkelmann beste Erinnerungen. Bei der WM 2021 holte sie auf der „Olimpia delle Tofane“ Silber. 

Bei den Männern ruhen die Hoffnungen der Deutschen wie schon in den vergangenen Jahren nach den Rücktritten der Siegfahrer Thomas Dreßen und Josef Ferstl auf Linus Straßer (33). Der hatte bei der WM 2025 in Saalbach als Dritter im Slalom eine medaillenlose WM verhindert. Nach seinem Ski-Wechsel im vergangenen Frühjahr war er mit Problemen in die Saison gestartet, mit neuem Material muss eben viel getestet werden, bis alles passt. In Kitzbühel hat dann ziemlich viel gepasst. Platz 3 für Straßer – eine Ansage.

Der Münchner gilt im fünfköpfigen Aufgebot für Bormio, wo die Männer-Rennen ausgetragen werden, als einziger realistischer Podest-Kandidat. Fabian Gratz (28) hat im Riesenslalom zwar in dieser Saison schon ein paar Mal bewiesen, dass er mit den Besten, auch mit dem Schweizer Dominator Marco Odermatt, mithalten kann. Aber bisher meistens nur in einem der beiden Durchgänge.

Bild: picture alliance

Teilen Sie diesen Beitrag