„Call me Poseidon“

„Call me Poseidon“

„Call me Poseidon“


Drei Goldmedaillen im Freiwasser. Das ist der Florian Wellbrock 2026. Erfolgreich wie zu seiner allerbesten Zeit. Aber mental stärker denn je. Körperlich sei er gar nicht einmal auf dem höchsten Level gewesen. „Aber ich wollte diesen Titel mehr als die anderen“, so der 28-Jährige zu seinem Flow in der diesmal recht sauberen Seine. Europameister über 10 und 5 km und in der Mixed Staffel – nach einer schwierigen Vorbereitung, durch gesundheitliche Probleme immer wieder beeinträchtigt.
„Call me Poseidon“ postete Wellbrock nach seinem zweiten Coup. Das erinnert an den „Albatros“ Michael Groß. Der legendäre Held vom Becken wurde viermal “Sportler des Jahres“ (1982, 83, 84, 1988). Daran arbeitet Florian Wellbrock noch… Dreimal landete er auf Rang 2 (2021, 23, 25). Hinzu kommt „Bronze“ im Jahr 2022. Nach der Trilogie an zweiten Plätzen scheint es eigentlich höchste Zeit für den nächsten step nach ganz oben – meinen nicht nur Schwimm-Insider. Bei der 80. Wahl am 20. Dezember in Baden-Baden?
Aber Florian denkt über das Morgen hinaus. Die Olympischen Spiele 2028 sind sein großes Ziel, deshalb inspiziert er nun die Anlagen der Spiele von Los Angeles. Und die Liste der „Sportler des Jahres“ aus dem Wasser ist ohnehin respektabel. In den Siebzigern gelang Hans Faßnacht ein Hattrick, als letzter stand Paul Biedermann (2009) ganz oben. Als einer von zwölf gewählten Freistil-, Brust-, Rücken- und Schmetterlings-„Haien“. Bei den Frauen ein ganz ähnliches Bild. Elf Schwimmerinnen erhielten die meisten Punkte. Findet Britta Steffen (2008) im EM-Jahr eine Nachfolgerin? Franziska van Almsick, dreimal in Baden-Baden im Fokus, wäre die perfekte Laudatorin
Am Montag startet die Europameisterschaft mit den Rennen im Becken in die zweite Phase – mit vielen weiteren Medaillen-Ambitionen der DSV-Crew. Und die Bilanz kann sich schon jetzt sehen lassen. Isabel Gose vergoldete ihren Freiwasser-Auftakt mit Gold (Knockout-Sprint/Mixed Staffel). Im Wasserspringen von Turm und Brett räumten die Deutschen ab: zehn Plaketten, davon drei in Gold, Bundestrainer Christoph Bohm konstatierte einen starken Aufwärtstrend. Moritz Wesemann (24) war mit zwei Erfolgen der Überflieger. Das 1- und 3-Brett waren seine Katapulte ins Glück.
Auch die ‚Newcomerin des Jahres‘ 2024, Klara Bleyer, sorgte für Edelmetall. Die Synchronschwimmerin fischte Silber aus dem Becken des Centre Aquatique: in der Disziplin ‚freies Solo‘.

Bild: picture alliance

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