Darja und das goldene Lächeln am Zuckerhut

Darja und das goldene Lächeln am Zuckerhut

Darja Varfolomeev
Darja und das goldene Lächeln am Zuckerhut

Sport in Vollendung – davon ist Darja Varfolomeev in der Rhythmischen Sportgymnastik wirklich nicht weit entfernt. Zumindest, wenn man ihre WM-Performance in Rio zum Maßstab nimmt. Fünfmal Gold (wie bei den Titelkämpfen 2023) und atemraubende Übungen, die die Zuschauer in der Arena Carioca 1 von den Sitzen riss. Mehr Perfektion scheint fast unmöglich: und so stand die 18-Jährige aus Schmiden bei Stuttgart im Mehrkampf, mit Ball, Keule und Band auf dem höchsten Podest, ihr Lächeln ging um die Welt. Hinzu kam der Triumph im Mannschafts-Wettbewerb, eine absolute Überraschung, die Teamleiterin Isabell Sawade schwärmen ließ.

2024 stand „Dascha“ auch bei der Ehrung zur „Sportlerin des Jahres“ im Fokus. Rang 1 für die Olympiasiegerin von Paris, die in Baden-Baden das Publikum begeisterte. Und hinterher bei der Pressekonferenz den Medien erläuterte, wie sie ihr Mammut-Programm mit Sport und Schule bewältigt. Den Realschulabschluss absolvierte sie im Juni souverän – und tauschte das Klassenzimmer wieder mit der Trainingshalle. Quasi aus dem Stand holte sie EM-Gold (mit dem Band) in Tallinn, bei den Dresdner Finals dominierte sie in allen Disziplinen. Damals bezifferte sie ihr Leistungsniveau auf „90 Prozent“, unter dem Zuckerhut legte Darja Varfolomeev dann Maximalform an den Tag.

Für ihren Sport (RSG) könnte das den langersehnten Push bedeuten – zumal die nächsten Welt-Titelkämpfe 2026 in Frankfurt über die Bühne gehen. Beim Deutschen Turnerbund ist man optimistisch, dem Randsport-Dasein zu entrinnen. Und vielleicht lohnt sich die Qual bald auch für die weltbeste Gymnastin. „Denn von ihren Erfolgen könnte sie kaum leben“, skizzierte Manager Klaus Kärcher gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“ die Realität. Er ist aber optimistisch, dass der Goldrausch von Brasilien neue Sponsoren elektrisiert.   

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