Darjas Zauber in der Festhalle

Darjas Zauber in der Festhalle

Darjas Zauber in der Festhalle

Zwei Tage Qualifikation – am Mittwoch zunächst mit Keule und Ball, am Tag danach mit Keule und Band folgen die ersten Entscheidungen. Darja Varfolomeev startet mit einem Mega-Programm in die Heim-WM der Rhythmischen Sportgymnastik. Ist sie – wie meist immer – nahe an der Perfektion, kämen 16 Übungen (à 90 Sekunden) auf sie zu. Die Olympiasiegerin von Paris spricht nicht von konkreten Zielen. „Wenn alles sauber läuft, sollten Treppchen-Plätze drin sein.” In den vier Disziplinen + dem Mehrkampf, der gleichzeitig erste Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles bringt. 

Bislang hat die 19-Jährige vom TSV Schmiden schon elf WM-Titel errungen – eine fast unglaubliche Bilanz im jungen Alter. Doch noch mehr als die schiere Statistik überzeugt ihr Stil auf der Fläche: schauspielerisch-elegant ihr Wirken, ästhetisch, artistisch, tänzerisch, meist fehlerlos und mit einem Gesichtsausdruck der keine Anstrengung erkennen lässt, „auch wenn das nicht immer leicht ist.” 

Im Podcast der Sportregion Stuttgart beschrieb die Gymnastin bei Host Debbie Dobbratz über eine Stunde lang ihre Geräte, die Vor- und Nachteile des Wachstumsschubs, die nach ihr benannte Varfolomeev-Drehung mit gebeugtem Knie, die ab dato auch andere Sportlerinnen ihr Programm aufnehmen. Die Tendenz zu mehr Artistik, tänzerischen Elementen galt es in der Vorbereitung zu berücksichtigen. Dazu sind dreimal wöchentlich acht bis neun Stunden Training erforderlich, dreimal fünf bis sechs Stunden. Auszüge aus dem Pensum, beginnend um 8.30 Uhr: Ballett, Dehnungen, Elemente wie Stände und Sprünge. Dann mit den Geräten, am Nachmittag Kraftübungen. Und stets ohne Ablenkung, kein Palaver am Rande, „man verliert sonst sofort den Fokus.” 

Nach Olympia hatte es eine kurze Erholung gegeben. „Und wenn der Körper frei hat, wächst er einfach” (O-Ton Darja). Von 1,69 auf 1,77 m. Nun hofft sie, „dass es nicht weitergeht…”  Und freut sich auf die Festhalle. „So eine schöne Arena. Und ganz viele aus der Familie und Freunde werden da sein.” Wenn die „Sportlerin des Jahres” von 2024 (2023 und 2025 jeweils Zweite) am liebsten mit den Keulen zaubert und bis zu 31 Punkte gutschreiben lässt. Stets zu ausgesuchten Musikstücken, die ein Jahr vorher ausgewählt wurden. Zu jedem Takt der passende Übungsteil: damit das Ganze zu einem WM-Glanzstück (à la Darja) mutiert. Augenschmaus am Main. 

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