Das goldene Jahr 2024

Das goldene Jahr 2024

Das goldene Jahr 2024

Olympiasiegerin, Europameisterin, Sportlerin des Jahres – das vergangene Jahr hätte für Darja Varfolomeev kaum erfolgreicher verlaufen können. Bei den Europameisterschaften in Budapest sicherte sich die damals 17-Jährige Ende Mai den Titel mit dem Band. Nur wenige Wochen später krönte sie ihre noch junge Karriere mit historischem Gold im Mehrkampf bei den Olympischen Spielen in Paris.
Die Belohnung folgte im Dezember: Als erste Rhythmische Sportgymnastin überhaupt wurde Darja Varfolomeev zur „Sportlerin des Jahres“ in Deutschland gewählt – ein Meilenstein für sie und ihre Sportart.
„Es war eine große Ehre für mich zur Sportlerin des Jahres gewählt zu werden – vor allem, da so viele herausragende Sportlerinnen und Sportler nominiert waren“, sagt Varfolomeev. “Außerdem habe ich mich gefreut, dass meine Sportart endlich die Aufmerksamkeit bekommen hat, die sie verdient.“ ergänzt sie.

Nach Olympia ist vor Olympia
Schon zwei Wochen nach den Olympischen Spielen und einer wohlverdienten Auszeit nahm die frisch gekürte Olympiasiegerin das Training wieder auf.
Jeder neue Olympiazyklus bringt Änderungen im Regelwerk der Rhythmischen Sportgymnastik mit sich – im sogenannten Code de Pointage. Im kommenden Zyklus liegt der Fokus verstärkt auf der Artistik: noch mehr Ausdruck, mehr Eleganz, mehr Leichtigkeit. Gleichzeitig wurde die Anzahl der erlaubten Schwierigkeiten reduziert.
Diese Regeländerungen ermöglichen den Athletinnen zwar mehr künstlerische Freiheit, erschweren es jedoch, sich über die Schwierigkeit der Elemente von der Konkurrenz abzuheben. Für Darja und ihre Trainerin Yuliya Raskina bedeutete das: neue Choreografien entwickeln, die sowohl den neuen Anforderungen gerecht werden als auch Darjas außergewöhnliches Niveau weiterhin hervorheben.

Fokus auf Sport und Schule
Anders als im Vorjahr liegt der Fokus zu Beginn des neuen Olympiazyklus nicht ausschließlich auf dem Sport. Denn Darja, die 2024 ein schulisches „Parkjahr“ eingelegt hatte, bereitet sich im Moment auf ihre Abschlussprüfungen vor, die teilweise vor und nach den Europameisterschaften terminiert sind. Diese haben zunächst höchste Priorität.
Dennoch bleibt sie auch sportlich ambitioniert. Sie nimmt weiterhin an internationalen Wettkämpfen teil – der Anspruch an sich selbst ist unverändert hoch.

Zurück auf die EM-Bühne
Die Wettkampfsaison 2025 begann für Darja im März beim Heimturnier „Gymnastik International“ in Fellbach-Schmiden. Im April trat sie bei den Weltcups in Baku und Taschkent an – und überzeugte mit insgesamt fünf Gold- und einer Silbermedaille.
Schon dort war spürbar: Die Augen der Konkurrenz und des Publikums sind nun besonders auf sie gerichtet. Doch Darja lässt sich davon nicht beirren – sie bleibt fokussiert und ruhig.
Aktuell bereitet sich die mittlerweile 18-Jährige intensiv auf die Europameisterschaften vom 4. bis 8. Juni 2025 in Tallinn (Estland) vor. Dort wird sie mit drei der vier Handgeräte – Reifen, Keulen und Band – an den Start gehen. Damit hat sie die Chance, sich für das Mehrkampffinale zu qualifizieren – und genau das ist ihr klares Ziel. „Ich möchte meine Übungen fehlerfrei präsentieren und Deutschland – sowohl in der Qualifikation als auch im Finale – bestmöglich vertreten“, sagt Darja selbstbewusst.
Dass sie dieses Ziel erreichen kann, hat sie bei den bisherigen Wettkämpfen in diesem Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Und was sie schon in Paris gezeigt hat, gilt auch jetzt: Darja Varfolomeev besitzt die mentale Stärke, im entscheidenden Moment zur Höchstform aufzulaufen – selbst dann, wenn alle Augen auf sie gerichtet sind.

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