Der Hammer des Merlin Hummel

Der Hammer des Merlin Hummel

Der Hammer des Merlin Hummel

Hammerwerfer stehen eher selten im Rampenlicht. Der Franke Merlin Hummel schaffte es jetzt bei den Ultimate Championships in Budapest auf den Thron. Der Lohn war ein Feuerwerk, ein zweieinhalb Kilo schwerer Siegerpokal und satte 150.000 Dollar Siegprämie – so viel, wie noch nie ein deutscher Leichtathlet jemals kassiert hatte. Es ist gleichzeitig Hummels erster internationaler Titel.      

Abends um sieben war die Welt des Hammerwerfers Merlin Hummel sowas von in Ordnung – wie nie zuvor. Gerade hatte der 24-Jährige Hammerwerfer der LG Eintracht Frankfurt bei den erstmals ausgetragenen Ultimate Championships in Budapest, dem höchst dotierten Wettbewerb der Geschichte, mit 81,46 Metern gewonnen. Damit Olympiasieger und Weltmeister Ethan Katzberg (Kanada) sowie Europameister Bence Halász (Ungarn) besiegt.

„Tja, was mache ich mit 150 000 Dollar?“ stellte er die rhetorische Frage sich selber. „Zuerst Steuern bezahlen“, meinte er lapidar bei bester Laune. Er war der Herr im Ring an diesem historischen Abend. „Es werden noch größere Weiten kommen“, meinte Trainerin Kathrin Klaas fest.

Erstmals wurde ein neues, zeitgemäßes Format präsentiert. Ein komprimiertes Programm mit kleinen Starterfeldern, viel Licht- und Showeffekte mit Feuerwerk, komplett schwarz gehaltener Innenraum mit Kunststoffmatten statt sattem Rasen-Grün. Es war kurzweilig, stimmungsvoll mit insgesamt 62 000 Zuschauern an den drei Abenden an der Donau. „Ich finde es cool, die Leichtathletik so attraktiv zu machen“, kommentierte Hummel diese Neuerungen, „allerdings wären ein paar Dollar weniger in der Spitze und dafür mehr in der Breite ganz unten angebracht“.

„Ich habe jetzt von vegetarisch auf vegan umgestellt, dadurch müssen wir einige technische Anpassungen vornehmen“, erzählt der (Fern-) Student für Angewandte KI.  Er hat zu Beginn des Jahres offensichtlich mit Kathrin Klaas in Frankfurt die ideale Trainerin gefunden. „Sie macht einen genialen Job, ich bin aber auch nicht schwer zu trainieren“, gibt Hummel mit einem Lächeln zu Protokoll. Die 42-jährige Hammerwerferin Klaas war zweimal deutsche Meisterin und ist mit 76,05 Metern zweitbeste deutsche Hammerwerferin der Geschichte hinter Weltmeisterin Betty Heidler (79,42 Meter). Sie kann somit bei Hummel viele Eigenerfahrungen umsetzen. Sie setze bei Hummel im System des Hammerwerfens auf die kanadische Schule. „Wir arbeiten nicht mit absoluten Spitzenwerten im Kraftbereich sondern legen den Schwerpunkt auf das Werfen selber“, so Klaas´ Philosophie.    

Merlin Hummel freut sich bereits auf eine Einladung ins Eintracht-Stadion, um bei einem Bundesligaspiel eine Ehrung für seine bislang erfolgreichste Saison entgegenzunehmen. Vize-Weltmeister 2025, Vize-Europameister 2026 und jetzt Ultimate-Champion. Und nach alle diesem angenehmen Trubel richtet sich der Blick nach vorne. „Ja, der 38 Jahre alte deutsche Rekord von 83,40 Meter müsste drin sein,“ ist er überzeugt. Sein eigentliches Ziel aber seien 85 Meter, „da muss man auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles hin“.   

Bild: picture alliance

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