Die große Chance auf dem Eis

Die große Chance auf dem Eis

Die große Chance auf dem Eis

Sie hatten ihre olympischen Träume schon begraben. Jetzt aber, dreieinhalb Jahre nach ihrer ersten Begegnung, reisen Minerva Hase (26) und Nikita Volodin (26) als Mitfavoriten zu den Olympischen Winterspielen nach Mailand – und zwar gemeinsam als Paar auf dem Eis. Was ist ihr Ziel? „Wir wollen eine Goldleistung zeigen“, antwortete der 26-Jährige bei der feierlichen Verabschiedung der Berliner Olympia-Sportler. Und Hase ergänzte: „Das heißt ja noch nicht, dass es für Gold reicht, aber wir wollen natürlich fehlerfrei laufen.“

Die beiden gelten nach WM-Bronze 2024, WM-Silber und EM-Gold 2025 sowie der gerade errungen EM-Silbermedaille – auch wenn dort vieles nicht glatt lief – als Deutschlands große Medaillen-Hoffnung im Eiskunstlauf. Aber auch das zweite Paar überzeugte zuletzt: Annika Hocke (25) und Robert Kunkel (26) rissen mit ihrer Kür bei der EM die Zuschauer mit und belegten Rang vier. Sicher ist: Der Paarlauf-Wettbewerb in Mailand birgt aus deutscher Sicht Potenzial für Hochspannung.

Nachdem sie ihre EM-Teilnahme Mitte Januar krankheitsbedingt absagen mussten, werden auch die Eistänzer Jennifer Janse van Rensburg und Benjamin Steffan das olympische Eis in Italien betreten. Während die zwei bereits am 9. und 11. Februar dran sind, steht der Paarlauf erst am 15. und 16. auf dem Programm. Dass es bei der EM Mitte Januar vor allem in der Kür für Hase und Volodin enttäuschend lief – sie stürzte beim Wurfrittberger und kam bei der finalen Hebefigur zu Fall, er hatte einen Wackler in der Sprungkombination – verunsichert sie nicht. „Das wird nicht nochmal passieren“, sagte Hase. „Wir sind natürlich nicht zufrieden, aber es war eine weitere Erfahrung, die wir nutzen können. Manchmal ist das wichtiger als ein Erfolg.“

Sie selbst erlebte 2022 mit ihrem damaligen Partner Nolan Seegert ein Olympia-Drama, als Seegert gleich nach der Ankunft in Peking wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne musste. Er kam zwar nach zehn Tagen und rechtzeitig zum Kurzprogramm wieder raus, die Infektion aber hatte ihn zu sehr geschwächt – Platz 16. Danach war Hase kurz davor aufzuhören. Bis Trainer Dmitri Savin ihr ein Probetraining mit Volodin vorschlug, der sich von Wettkämpfen schon fast verabschiedet hatte und Shows lief. Olympia? Es fehlte die Partnerin. Der Rest ist Geschichte. Die letzte Hürde nahm das Duo 2025, als der gebürtige Russe den Sprachtest bestand und eingebürgert wurde.

Wie für Volodin sind es auch für Kunkel die ersten Olympischen Spiele. 2018 war Hocke noch mit ihrem damaligen Partner Ruben Blommaert bei den Spielen in Südkorea angetreten. Seit sieben Jahren nun sind Hocke und Kunkel ein Paar auf dem Eis, verpassten aber die Spiele 2022, da nur ein deutsches Paar antreten durfte. Jetzt also Mailand. Und das, obwohl sich Kunkel bei einem Trainingsunfall im Sommer schwer an beiden Händen verletzt hatte. Während es bei den Paaren also vielversprechend aussieht, wird Deutschland erstmals seit mehr als 20 Jahren in beiden Einzelkonkurrenzen fehlen.

Bild: picture alliance

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