Vier Tage lang schlug das deutsche Sportherz in Dresden. Die Finals 2025 in der sächsischen Landeshauptstadt waren für die Besucher vor Ort sowie für die Menschen an den TV-Geräten ein eindrucksvolles Spektakel. Speed-Klettern direkt vor der Dresdner Frauenkirche oder Triathlon vor den Toren der Semperoper. „Nie war es so einfach, die Vielfalt des deutschen Spitzensports aus nächster Nähe zu erleben. Die Kompaktheit in Dresden war ein großes Plus“, resümierte der Geschäftsführer der Finals GmbH, Hagen Boßdorf. Mit geschätzten 250.000 Zuschauern in den Stadien, Sporthallen, entlang der Elbe und mitten auf den öffentlichen Plätzen in der Innenstadt stellte Dresden einen neuen Finals-Rekord auf.
„Es war eine grandiose Atmosphäre. Unsere Erwartungen sind übertroffen worden. Viele Menschenströme, die von einer zur anderen Sportart pilgerten. Wir hätten an vielen Arenen doppelt so viele Zuschauerkapazitäten hinbauen können, wenn es irgendwie möglich gewesen wäre“, sagte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Das ließ sich unter den Zuschauern auch als einziges Manko aufschnappen: Viele Neugierige konnten die Wettkämpfe nur auf Leinwänden verfolgen, weil die Arenen in Windeseile voll waren. So hätte das Finale im Breaking am Sonntagnachmittag auf dem Neumarkt gut dreimal so viele Sitzplätze vertragen, bis in die Gassen und auf die Terrassen der Restaurants reihten sich die Neugierigen Dresdens touristischen Hotspot.
Die Stimmung war wirklich besonders. Ich habe mich sehr über die Standing Ovations gefreut, das hat man wirklich nicht bei jedem Wettkampf“, lobte Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo, die im neu sanierten und an zwei Tagen ausverkauften Heinz-Steyer-Stadion von mehr als 10.000 Zuschauern für ihren 15. Deutschen Meistertitel (6,82m) gefeiert wurde. Auch Sprintstar Gina Lückenkemper, die sich den Titel über 100 Meter erlief, war begeistert: „Dresden hat so unfassbar viele Sportstätten auf einem Fleck, wir haben schon im Warm-up-Stadion die Stimmung von den anderen Arenen mitbekommen und auch auf den Plätzen ging es so richtig ab.“
Viele der Athleten nutzten die Chance, nach dem eigenen Wettkampf andere, teils erstmals bei den Finals ausgetragene Events wie Lacrosse, Flag Football oder Coastal Rowing zu besuchen. „Das habe ich niemals erwartet. Ich war schon mehrfach in Dresden, aber die Stadt jetzt so voll zu sehen – Breaking auf diesem komplett vollgepackten Neumarkt. Das ist echt insane, Wahnsinn“, sagte Zehnkampf-Rekordhalter Leo Neugebauer, der in Dresden nur einzelne Disziplinen für die Weltmeisterschaften in Tokio testete.
Nicht nur den modernen Sportarten wie Breaking, 3×3-Basketball oder Klettern bescherte Dresden aufgrund der öffentlich und kostenfrei zugänglichen Arenen in der Innenstadt eine fantastische Werbung, auch in der zur Turnarena umgebauten Eishalle durften sich Gerätturnen, Rhythmischen Sportgymnastik, Trampolinturnen und erstmals auch Sportakrobatik über volle Ränge und eine fantastische Stimmung freuen. „Das Stimmungsbild, das uns erreicht hat, zeigt, dass es weiterhin wichtig ist, auf das Konzept der Multisport-Veranstaltung zu setzen. Dresden war ein wunderbarer Gastgeber“, bilanzierte Thomas Gutekunst, Vorstand des Deutschen Turner-Bundes.
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