Der Pass auf Michael Struthoff war schon eine Augenweide, die Technik und der erfolgreiche Torschuss des 23-Jährigen zum 1:0 gegen Spanien das Meisterwerk. Zum vierten Mal holte sich Deutschland Hockey-WM-Gold – danach brachen die Dämme beim jungen Team, aber erst, nachdem sie nach einem höllisch intensiven Finale wieder etwas Luft hatten. Bestenfalls als Mitfavorit angereist, bestätigte sich die DHB-Formation erneut als Turnier-Mannschaft, die brenzliche Situationen bewältigen kann.
Struthoff hinterher: „Wir haben immer gesagt, dass wir eine Familie sind und es nur gemeinsam schaffen können.“ Neu formiert, total verjüngt, aber dank Trainer André Henning schon eine stabile Einheit. „Zusammen gefunden, füreinander gearbeitet und gekämpft“ beschreibt der Coach das Team D mit dem Krummstock. Ein Betreuer, der keine Autorität braucht, der seine Jungs mitbewerten und mitentscheiden lässt. Der in Kleingruppen kommuniziert und jeden in den Entwicklungsprozess einbindet.
Jetzt stimmt das Gesamt-Kunstwerk dank starker Defensive um Keeper Jean-Paul Danneberg, den neuen Kapitän Tom Grambusch und den „jungen Wilden“, die beim Turnier in den Niederlanden und Belgien Geschichte schrieben. Allerdings: die Erfolge der DHB-Männer sind Programm: seit 2023 immer im Finale, zweimal Weltmeister, Europameister, Olympia-Silber. Deshalb ist der Coup von Wavre vor 10.000 Zuschauern business as usual, obgleich eher unerwartet. Und eine Referenz für den „Sportler des Jahres“. 2023 waren sie Dritte, im Vorjahr sogar Zweite beim Team-Voting. Hin und wieder hat Hockey sogar den Fußball ins Abseits gestellt.
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