German Cycling auf WM-Medaillenjagd in Chile

German Cycling auf WM-Medaillenjagd in Chile

German Cycling auf WM-Medaillenjagd in Chile

„Sie hat sich heute erstmal ganz gut gefahren und war auch recht schnell“, scheint die zweifache Weltmeisterin Franziska „Franzi“ Brauße die Bahn im Velódromo Peñalolén nach den Tests zu mögen. Mit zehn Athletinnen und elf Athleten flog German Cycling zur Jagd auf die Regenbogentrikots nach Santiago de Chile. Bis 26.Oktober kämpfen die Elite-Frauen und -Männer in Südamerika in je elf Disziplinen um Weltmeistertitel, unter anderem in den olympischen Wettbewerben Teamsprint, Sprint, Keirin, Mannschaftsverfolgung, Omnium und Madison.

2024 gingen drei WM-Medaillen in Kopenhagen auf das deutsche Konto. Gold im Madison, Silber im Frauen-Vierer und Überraschungs-Bronze in der Mannschaftsverfolgung der Männer.

Auch diesmal haben Lisa Klein, Franzi Brauße, Mieke Kröger (Olympiasiegerinnen 2021 in Tokio), sowie Laura Süßemilch (ebenfalls Teil des „Teams des Jahres“ 2021) und Lena Charlotte Reißner Ambitionen aufs Podest in der Mannschaftsverfolgung.

„Ich gehe davon aus, dass wir das Podium anpeilen können. Lisa fährt an und ich fahre auf Position zwei, auf vier ist Mieke und auf drei wird durchgewechselt. Eigentlich wie zur EM im Februar und bei der letzten WM“, sagt Brauße. Beides Mal rasten sie zu Silber.

Ohne die achtfache Weltmeisterin Emma Hinze, die mit Partner Maximilian Levy Babyfreuden entgegenblickt, reisten die Teamsprinterinnen an. Da zudem Clara Schneider krankheitsbedingt ausfällt, stieß Alessa-Catriona Pröpster zu Lea-Sophie Friedrich und Pauline Grabosch. Nach ihrem Horrorcrash über die Bande in London im Dezember kämpfte sich die Jungingerin „step by step“ körperlich und mental zurück. Bei ihrer fünften Weltmeisterschaft möchte sie im Teamsprint eine persönliche Bestzeit fahren. Auch auf einen Start im Keirin hofft sie. Das ist mein erster richtiger internationaler Einsatz nach meinem Sturz. „Ich freu mich darauf und gehe ganz entspannt rein, mit freiem Kopf. Das ist der erste Schritt, mich wieder wie die alte Alessa zu fühlen“. Unterschätzen darf man die deutschen Teamsprinterinnen nicht. Dafür sorgt auch Alessas Glücksbringer „Giraffi“. Ich hatte sie schon als Baby. „Eigentlich ist sie nur noch Haut und Fetzen und reist mit mir um die ganze Welt.“

Seine späte Weltmeisterschaftspremiere feiert Moritz Augenstein (28), der nach seinem schweren Unfall im Januar bei einer Trainingsfahrt der Nationalmannschaft auf Mallorca mit Erfolg zurückkehrte und jüngst Europameister im Derny wurde. Der Dietlinger ersetzt im Madison an der Seite von Weltmeister Roger Kluge den fehlenden Tim Torn Teutenberg, der für sein Straßenteam im Einsatz ist. „Bis jetzt bin ich ganz entspannt und freue mich einfach nur, dabei zu sein.“.

Die weiteren deutschen Starterinnen und Starter sind Messane Bräutigam, Lea Lin Teutenberg, Moritz Binder, Benjamin Boos, Max Briese, Felix Groß und Ben Jochum (Ausdauer), sowie Maximilian Dörnbach, Henric Hackmann, Nik Schröter und Luca Spiegel (Kurzzeit). Team D hatte sich im Höhentrainingslager von Livigno vorbereitet. In Chile bietet sich jetzt auch die Möglichkeit, Referenzen für die Wahl „Sportler des Jahres“ zu sammeln. Besser könnte das Timing nicht sein, denn in diesen Tagen erhalten die Kader-Athleten des DOSB die Vorschlagslisten für die 79. Umfrage – ihre Top Ten geht dann an die Sportjournalisten des VDS, die final voten.

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