Ein gutes Omen? Die beiden letzten Vorbereitungsspiele vor der am Donnerstag beginnenden Europameisterschaft konnten die deutschen Männer gegen „Angstgegner“ Kroatien gewinnen und damit viel Selbstvertrauen tanken. Besonders der 32:29-Auswärtssieg in Zagreb vor 15.000 Zuschauern eine Woche vor dem EM-Auftakt gab Rückenwind. Drei Tage später, vor 10.000 Fans in Hannover, überzeugte dann eine bärenstarke Defensive mit Torhüter Andreas Wolff dahinter, und so brachte das 33:27 gegen den Vize-Weltmeister „ein gutes Gefühl“ für die EM, wie es Rückraum-Ass Julian Köster formulierte. Der Gummersbacher weiter: „Ich finde es super, dass wir so viele gute Abwehrjungs dabeihaben, das ist für den Gegner schwer auszurechnen.“ Bundestrainer Alfred Gislason ergänzte: „Ich bin sehr zufrieden, die Jungs haben wirklich Charakter gezeigt!“
Das wird auch im dänischen Herning nötig sein, denn schon in der Vorrunde bekommt das DHB-Team starke Gegner vorgesetzt. Es beginnt mit Österreich, zwei Tage später folgt für die Truppe von Kapitän Johannes Golla die Begegnung mit Serbien, und zum Vorrunden-Abschluss das wohl über den Gruppensieg entscheidende Spiel gegen Spanien.
In der Hauptrunde kommt es dann knüppeldick, denn hier warten die „schwere Brocken“, wie der viermalige Weltmeister und Olympiasieger Dänemark, der viermalige Europameister und Titelverteidiger Frankreich sowie Portugal oder auch Co-Gastgeber Norwegen. Der Olympiazweite Deutschland – letztmals holte man bei der EM 2016 einen Titel – kann sich in der „Monster-Gruppe“ in Herning (gespielt wird außerdem im norwegischen Oslo sowie in Schweden in Malmö und in Kristianstad) keine Schwäche erlauben.
Dass es das „härteste Turnier aller Zeiten“ wird, weiß Alfred Gislason. „Wir haben eine sehr anspruchsvolle Gruppe. Und wenn man die Hauptrunde ansieht, die danach kommt, dann darf man gar keinen Punkt in der Vorrunde lassen, denn jeder Punktverlust kann das Verpassen des Halbfinales bedeuten!“ Und ergänzt: „Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft diese vielen schwierigen Situationen, die auf uns zukommen, gut meistern wird!“
Sein Spielmacher Juri Knorr, der seit dieser Saison im dänischen Aalborg agiert, wehrt sich gegen die Einschätzung, dass man eine junge, unerfahrene Mannschaft habe: „Das ist alles Quatsch. Jeder Spieler, der hier dabei ist, ist ein Top-Mann in der Bundesliga oder irgendwo anders.“ Von den 24 Nationen, die am Start sind, waren lediglich die vom Berliner Bob Hanning trainierten Italiener und die Ukraine 2024 nicht dabei. Die insgesamt 65 Spiele der EHF EURO 2026 sind in ARD, ZDF und im Streamingdienst Dyn (Turnierpass 15 Euro) live oder zeitversetzt zu sehen.
Teammanager Benjamin Chatton sieht es so: „Unsere Bewerbung (für die Gala Sportler des Jahre 2026) reichen wir hoffentlich sportlich erfolgreich ein.“ 2024 hatte die DHB-Vertretung – mit Olympia-Silber Rang 3 belegt.