„Sportlerin des Jahres 2023“: Denise Herrmann-Wick

Als fünfte Biathletin in Baden-Baden ganz oben

Es war ein wahrlich traumhafter Schlusspunkt ihrer Biathlon-Karriere: Bei den Weltmeisterschaften im Februar in Oberhof holte die 34-jährige Sportsoldatin Denise Herrmann-Wick den Titel im 7,5-km-Sprint sowie die Silbermedaillen in der Verfolgung und mit der Staffel.

Die Musikregie im Stadion feierte das Verfolgungs-Silber mit dem Mallorca-Hit „Der Zug hat keine Bremse“, die deutschen Biathlon-Teammitglieder fassten sich an den Schultern und brachten, rhythmisch wippend, den Party-Zug ins Rollen, sehr zur Freude der weit über 20.000 begeisterten Zuschauer, die mitsangen und freudetrunken schunkelten. Abends bei der Siegerehrung im Kurpark hatten die Fans den Ohrwurm dann umgedichtet und ließen ihren Liebling noch einmal hochleben: „Denise kennt keine Bremse!“

Vater Lutz Herrmann, ehemaliger Handballer in der DDR-Oberliga, begeisterte seine Tochter einst für Wintersport, insbesondere für Skilanglauf. Mit acht Jahren nahm die kleine Denise erstmals an Wettkämpfen teil, vier Jahre später wechselte sie auf das Skigymnasium im 35 Kilometer von ihrem Heimatort Bockau entfernten Oberwiesenthal, wo sie seit Beginn ihrer Laufbahn beim WSC Erzgebirge trainierte.

Höhepunkt ihrer Langlauf-Karriere war der Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi, für diese Leistung wurde sie am 8. Mai 2014 von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet. Im April 2016 gab sie ihren Wechsel zum Biathlon bekannt und trainierte ab diesem Zeitpunkt in Ruhpolding.

In ihrer „neuen“ Disziplin war Denise Herrmann – seit ihrer Heirat 2022 mit dem ehemaligen Ski-Langläufer Thomas Wick trägt sie den Doppelnamen Herrmann-Wick – überaus erfolgreich. Gold über 15 Kilometer und Bronze mit der Staffel bei Olympia in Peking 2022, zwei Gold-, sechs Silber- und eine Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften, neun Deutsche-Meister-Titel und neun Mal Gewinnerin des Gesamtweltcups – um nur die wichtigsten zu nennen. Nach den umfangreichen Jubelfeiern in Oberhof feierte sie beim saisonabschließenden Weltcup-Wochenende in Oslo im März einen tränenreichen Abschied.

Nun wurde Denise Herrmann-Wick im Kurhaus Baden-Baden als fünfte Biathletin nach Uschi Disl (2005), Kati Wilhelm (2006), Magdalena Neuner (2011 und 2012) und Laura Dahlmeier (2017) als „Sportlerin des Jahres“ geehrt und gefeiert. Zehn Tage zuvor hatte sie mit Ehemann Thomas in den sozialen Medien verkündet, dass sie schwanger ist. Damit machte sie ihre Ankündigung aus dem Frühjahr wahr: Damals sagte sie, dass sie sich nach ihrem Karriereende auf die Familienplanung konzentrieren wolle…

Letzte Änderung amSonntag, 17 Dezember 2023 23:24
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