„Sportler des Jahres“ 2017 Johannes Rydzek

Der (Gold)-Weg nach Lahti führt durchs Allgäu

So nah können maximaler Erfolg und größtes Missgeschick manchmal beieinanderliegen. Und auch ein vierfacher Weltmeister ist nicht davor gefeit, dass das Schicksal manchmal schon ein rechtes Rindviech sein kann! Beim November- Training der deutschen nordischen Kombinierer im finnischen Kuusamo „fuhr“ dem Oberstdorfer im Anlauf der Sprungschanze plötzlich der herrenlos gewordene Ski eines Konkurrenten in die Quere. „Glück gehabt, das hätte böse enden können. Da habe ich einen Schutzengel gehabt“, war der Schanzen- und Loipenheld nach diesem gehörigen Schrecken froh, dass er noch einmal davongekommen war.

Und die Moral von der Geschicht‘? Wenn’s denn so sein soll, dann helfen auch vier Weltmeistertitel und der frische Ruhm des „Sportlers des Jahres 2017“ nicht vor blöden Brettern, die sich zur falschen Zeit am falschen Ort irgendwo in der finnischen Pampa selbstständig gemacht haben. Da Rydzek aber nicht nur sein Schicksal, sondern auch den plötzlich neben ihm auftauchenden Ski in die Hand nahm, kann er als Folge seiner Geistesgegenwart nicht nur bei Olympia in Pyeongchang im Februar an den Start gehen. Er kann sich auch am Sonntag vor Heiligabend mal so richtig als der Beste unter vielen Guten dieses Jahres feiern lassen.

„Sportler des Jahres“ – diese Auszeichnung ist der krönende Abschluss einer Saison, die der Mann aus dem Allgäu dominiert hatte wie kein Zweiter. Und wie es wohl auch niemand in dieser Eindeutigkeit erwartet hatte. Wer in der eiseskalten Challenge der Springer und Läufer bei der Siegerehrung ganz oben stehen will, der muss vor allem und erst einmal die eigenen Kumpels distanzieren. Denn Hermann Weinbuchs Truppe ist das Nonplusultra in dieser Sportart, die wie keine andere Schnellkraft, Mut, Ästhetik, Ausdauer und Renntaktik miteinander verbindet. Wem das so nachdrücklich gelingt, der darf sich mit Recht „Sportler des Jahres“ nennen.

Der 26-Jährige machte die Weltmeisterschaften im finnischen Lahti zu einer Allgäuer Kreismeisterschaft. Zumindest in seiner Disziplin. Sieger in beiden Einzel- Wettbewerben, Triumph mit dem Kollegen Eric Frenzel im Teamsprint und schließlich noch das Gold in der Mannschaft gemeinsam mit Frenzel, Fabian Rießle und Björn Kircheisen. Die Wettbewerbe der Kombinierer in Lahti trugen seinen Namen. Dass er den Gesamtsieg im Weltcup erst nach dem allerletzten Wettbewerb in Schonach Eric Frenzel überlassen musste, zeigt auch, dass er über die ganze Saison hinweg in der Leistungsspitze konstant war.

Johannes Rydzek aber ist einer, der über den Schanzenrand und die Bretterspitzen hinwegblickt. Seit fünf Jahren studiert er an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Kempten Maschinenbau mit der Zielrichtung Wirtschafts- Ingenieur. Bayerns höchstgelegene Hochschule passt wie keine Zweite für ihren Vorzeige-Studenten. Ganz oben, aber mit den Füßen fest auf dem Boden. Ein Gipfelstürmer, der ins Ziel und nicht darüber hinausschießt.

 

Johannes Rydzek aber ist einer, der über den Schanzenrand und die Bretterspitzen hinwegblickt. Seit fünf Jahren studiert er an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Kempten Maschinenbau mit der Zielrichtung Wirtschafts- Ingenieur. Bayerns höchstgelegene Hochschule passt wie keine Zweite für ihren Vorzeige-Studenten. Ganz oben, aber mit den Füßen fest auf dem Boden. Ein Gipfelstürmer, der ins Ziel und nicht darüber hinausschießt.

Letzte Änderung amSonntag, 17 Dezember 2017 23:31
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