Sportlerin des Jahres 2021 – Malaika Mihambo

Spannender, nervenaufreibender, aber letztlich auch erlösender ging es nun wirklich nicht: Als Malaika Mihambo am 3. August im Olympia-Stadion von Tokio mit federnden, kraftvollen und wuchtigen Schritten ihr Stakkato auf die Anlaufbahn der Weitsprung-Grube hämmerte, da tat sie das als virtuelle Gewinnerin der Bronzemedaille. Sekundenbruchteile später, nachdem sie für einen kleinen Moment der Ewigkeit wie festgefroren über dem höchsten Punkt der Grube zu verharren schien, landete sie – die Füße weit voran. Als Gewinnerin der Goldmedaille. Als Olympiasiegerin. Punktlandung. Exakt sieben Meter, keinen Zentimeter weniger, keinen mehr. Als hätte es so im Drehbuch dieses Wettbewerbs gestanden.

Ihr sechster und letzter Versuch in der japanischen Hauptstadt sicherte der 27-jährigen Leichtathletin aus Heidelberg damit nicht nur das ersehnte olympische Gold, sondern auch – was an jenem Augusttag zumindest gedanklich noch weit weg war – zum dritten Mal in Folge den Titel als Deutschlands „Sportlerin des Jahres“. Wie schon 2019 und im ersten Corona-Jahr 2020, als sie mit ihrer Aufsehen erregenden YouTube-Aktion „Malaikas Herzsprung“ die Kinder zum Mitmachen und zur Bewegung animierte, steht die Weitsprung-Weltmeisterin auch in diesem Jahr ganz oben. Deutschlands Sportjournalistinnen und Sportjournalisten waren einer Meinung: Ja, Malaika, die Frau mit der wunderbaren Aura von Leistung, Ausstrahlung und Herzenswärme, hat es wieder verdient. Und deshalb darf sie 2021 das „Triple von Baden-Baden“ feiern.

Die für den TSV Oftersheim in der LG Kurpfalz startende gebürtige Heidelbergerin ist eine selbstbestimmte junge Frau, deren Horizont weit über die Weitsprunggrube hinausgeht. An der Uni Mannheim hatte sie Politikwissenschaften studiert, seit 2019 ist sie an der Fern-Uni Hagen im Fach Umweltwissenschaften eingeschrieben. Malaika, deren Name ins Deutsche übersetzt „Engel“ bedeutet, bringt ihre Verbundenheit zu den Zielen von „Fridays for Future“ zum Ausdruck. Sie arbeitet in einem Sozialprojekt für Kinder, die ihr besonders am Herzen liegen.

In Tokio verlor sie auch ihre innere Ruhe und den Glauben an ihre Leistungsfähigkeit nicht, als die Konkurrenz schon mächtig vorgelegt hatte. Wohl auch eine Folge des regelmäßig praktizierten Yoga, in dem sie Kraft und ihr persönliches Refugium findet. Mit nur 27 Jahren ist sie nun nicht nur Weltmeisterin und Olympiasiegerin, sondern auch drei Mal „Sportlerin des Jahres“ in Folge.

Letzte Änderung amSonntag, 19 Dezember 2021 23:45
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