Mannschaft des Jahres 2021 – Bahnrad-Vierer Frauen

„DAS wird uns FÜR IMMER VEREINEN!“, verkündeten die „glorreichen Vier“ in den sozialen Netzwerken und strahlten auf dem Selfie mit ihren olympischen Goldmedaillen um die Wette. Die „Golden Girls“ der 4000-m-Mannschaftsverfolgung schrieben bei den Olympischen Spielen in Tokio Geschichte: Franziska Brauße (23), Lisa Brennauer (33), Mieke Kröger (28) und Lisa Klein (25) dominierten und deklassierten die Konkurrenz im Velodrom von Izu und pulverisierten in drei Läufen innerhalb von 24 Stunden gleich drei Mal den Weltrekord – der steht jetzt bei sagenhaften 4:04,249 Minuten!

Die Bahn aus sibirischer Fichte – geplant und konstruiert vom deutschen Architekten Ralph Schürmann – wurde ihrem Ruf, schnelle Zeiten hervorzubringen, vollauf gerecht! Im Finale holte der deutsche Bahn-Vierer Großbritannien auf der „Hochgeschwindigkeitsbahn“ sogar fast ein – das war der erste Olympiasieg eines deutschen Frauen-Quartetts. Die Goldmedaillen transportierten die Powerfrauen übrigens mangels der sonst so schönen Schatullen in Socken und Putzlappen in die Heimat zurück!

Wie im (Gold-)Fieber jagten die Ausdauer-Amazonen als „Viererbande“ durch den Herbst und „erbeuteten“ bei der EM in Grenchen und bei der WM in Roubaix weiteres Gold. Auch in den Einzeldisziplinen schmückten sie sich mit Edelmetall. Lisa Brennauer etwa, schon lange Weltspitze und so etwas wie die „Mutter der Kompanie“ im Vierer, wurde Welt- und Europameisterin in der Einerverfolgung.

Zweimal musste Bundestrainer André Korff 2021 das Bahn-Team nach krankheits- und verletzungsbedingten Ausfällen umstellen. Kurz vor Tokio fiel die routinierte Gudrun Stock aus. Bei EM und WM rückte Laura Süßemilch (24), Ersatzfahrerin von Tokio, für die verletzte Lisa Klein nach. „Dieselmotor“ Mieke Kröger, die extrem lang viel Druck aufs Pedal bringen kann, führte deshalb – anstatt zwei Mal zwei Runden im Wechsel mit den anderen – vier Runden am Stück. „Die drei anderen konnten sich länger erholen, so dass sie einen megastarken letzten Kilometer hinlegten und ihre eigenen Stärken perfekt ausspielen konnten“, verriet Mieke. Die Rechnung ging bekanntlich auf.

Das letzte Kapitel dieses Wahnsinn-Jahres schrieben sie nun in Baden-Baden. Zum ersten Mal seit Beginn der Wahl 1947 wurde ein Frauen-Vierer des BDR (Bund Deutscher Radfahrer) „Mannschaft des Jahres“. Drei Mal hatte es bereits ein Männer-Quartett aufs oberste Treppchen geschafft: Der berühmte „Kilian-Vierer“ (1973 und 1976) sowie das Gold-Team von Sydney 2000 um Robert Bartko.

Letzte Änderung amMontag, 20 Dezember 2021 16:35
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