Kristina Vogel: Durch alle Krisen

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Die Gewinnerin des Sparkassenpreises für Vorbilder im Sport von 2018 und Zweitplatzierte der Wahl „Sportlerin des Jahres“, hofft, dass auch in diesem herausfordernden Jahr, die Auszeichnung der deutschen Sportler im Kurhaus von Baden-Baden stattfinden kann. Die ehemalige Bahnrad-Sprinterin absolviert per Fernstudium an der Sporthochschule Köln momentan die Fortbildungen zur A-Lizenz Trainerin.


Du bist nicht mehr sportlich aktiv, wie hat dich dennoch die Lock-Down Phase getroffen?

In den ersten Wochen war es natürlich schwer selbst Sport zu machen, da auch meine Physiotherapie erstmal nicht stattfinden konnte. Also habe ich versucht selbst aktiv zu sein, über Youtube Workouts, mit Terra Bändern und Cattle Bells. Aber es gibt kaum ein Workout, das nicht auch die Beine beansprucht. Insofern bin ich froh, dass ich im Mai wieder meine regelmäßige Physiotherapie in Berlin aufnehmen konnte. Denn Sport tut mir gut und damit kann ich auch meine Spastiken ruhig stellen, die ohne Sport schon ärgern können.


Du bist Trainerin der Bundespolizei, hast du dich mit deinen Athleten ausgetauscht, über Trainingsbedingungen, emotionale Zustände?

Ja, auf meine Athleten muss ich ein Augen haben (lacht). Ich konnte aber natürlich in der ersten Zeit nicht vor Ort sein, die Athleten durften trainieren, ab er unter strengen Auflagen. Wenn ich dort aufgetaucht wäre, hätten sie die Trainingsgruppe reduzieren müssen, daher habe ich lieber verzichtet.
Glücklicherweise ist aufgrund der Olympia-Verschiebung keiner der Athleten in ein Loch gefallen, dass die Verschiebung wahrscheinlich unumgänglich ist, war eigentlichen allen Athleten klar. Natürlich war es dann ein Schock aber trotzdem ist es ein kalkulierbares Ziel, auf das die Athleten hinarbeiten können. Wichtig ist meiner Ansicht nach, dass Gruppen zusammenhalten und sich untereinander etwas geben können.
Außerdem haben wir immer wieder miteinander telefoniert, ich wollte, dass die Athleten merken, dass sie nicht alleine sind und dass ich ein offenes Ohr habe, für was sie mir erzählen möchten. Home Office ist eben schwierig als Athlet.


Denkst du der Sparkassenpreis für Vorbilder im Sport wird in diesem Jahr eine zentrale Rolle spielen und wenn ja, wen würdest du jetzt schon dafür vorschlagen wollen?

Ich glaube, dass es in diesem Jahr jemand verdient hat, der am beständigsten war. Neben der sportlichen Leistung. Jemand der versucht hat, die Menschen durch diese schwere Zeit zu tragen, der andere motivieren konnte und versucht hat, das Positive nach außen zu tragen. Ein Vorschlag meinerseits ist zum Beispiel Pamela Dutkiewicz, sie hat mit ihrem Podcast (Sprechstunde uncut) versucht was Cooles aus dieser schlimmen Zeit zu ziehen und Menschen aufzuklären.


Wir arbeiten an Lösungen für eine Auszeichnung am 20.12.2020 in Baden-Baden. Wie ist deine Einschätzung und was glaubst du wird in diesem Jahr wichtig sein um „Sportler*in des Jahres“ zu werden? Was hältst Du davon Vllt. eine Möglichkeit, in extremen Zeiten Zeichen zu setzen?


Ich glaube, dass der sportliche Erfolg in diesem Jahr vielleicht doch etwas in den Hintergrund rücken könnte. In dieser Zeit wiegt es ein bisschen schwerer, wie jemand mit dieser Art von Krise umgegangen ist. Das soll natürlich nicht falsch rüberkommen, der sportliche Aspekt ist natürlich trotzdem extrem wichtig und dementsprechend gebührt auch Wertschätzung, aber dass Athleten durch Krisen marschieren und dann trotzdem noch geile Medaillen holen ist einfach spektakulär. Vielleicht ist es in diesem Jahr einfach authentischer, wie man durch eine Krise gegangen ist, damit umgegangen und positiv geblieben ist, als eine Gold- oder Silber-Medaille.
Für mich ist zum Beispiel Frank Stäbler genau solch ein Vorbild für diese Zeit. Er ist jemand, der einfach kämpfen kann und auch immer wieder musste. Ihm wurden so viele Steine in den Weg gelegt und er macht trotzdem das Beste daraus. Für mich ist er damit ein heißer Anwärter auf die Auszeichnung „Sportler des Jahres“ 2020.
Außerdem oder neben allen Widrigkeiten, freue ich mich unheimlich auf den „Sportler des Jahres“ 2020. Es ist jedes Jahr wie ein Klassentreffen. Und es ist auch wichtig, dass sich die Sportler treffen und miteinander das Jahr ausklingen lassen. Man freut sich jedes Jahr auf dieses Event und ich hoffe, dass es -egal wie- stattfinden kann. Denn auch für alle Sportler, die in diesem Jahr noch Medaillen geholt haben, wäre es wichtig die Wertschätzung zu erhalten.

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Stäbler: Es geht wieder los

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Für Deutschlands überragenden Ringer Frank Stäbler läuft der Countdown zum Re-Start. Am 3. Oktober steht der 31-Jährige im ersten Duell der Bundesliga wieder auf der Matte. Aber das ist erst der Auftakt zum langen Marsch Richtung Olympia 2021. In unserem Interview nimmt der aktuelle Europameister auch zur Corona-Problematik konkret Stellung.

Die Corona-Pandemie hat alles in Deutschland und Sportdeutschland lahmgelegt, du hast bisher in diesem Jahr nur fünf Kämpfe absolviert. Wie „heiß“ bist du auf den Bundesliga-Start (Anm.: am 3. Oktober), jetzt auch noch für einen neuen Verein?

Es ist für alle ein verrücktes Jahr. Mein letzter Kampf war am 12. Februar. Seither hat sich die Welt verändert. In der kommenden Saison gehe ich für den ASV Schorndorf auf die Matte. Ein sehr traditionsreicher Verein bei mir aus der Region. Optimal für die kommenden Monate und meinem Weg in Richtung Tokio 2021.

Als Europameister bist du einer der wenigen Sportler in Deutschland, die in diesem Jahr einen Titel mit nach Hause nehmen konnten, motiviert das für die kommenden zwölf Monate?

Ja, es ist unfassbar bitter für viele Kolleginnen und Kollegen, dass in diesem Jahr fast alles ausgefallen ist. Wir hatten mit der Europameisterschaft Glück, dass sie schon im Februar stattgefunden hat. Das EM-Gold war mein fünfter großer internationaler Titel, das macht mich schon etwas sprachlos. Meine Motivation für die kommenden zwölf Monate ist aber vor allem der Traum von einer olympischen Medaille. Das treibt mich an.

Du hoffst auch auf eine Auszeichnung beim „Sportler des Jahres“ 2020, denkst du, dass in diesem Jahr der Blickpunkt der Journalisten nicht nur auf sportlichen Erfolgen liegen wird?
Auch für Kristina Vogel bist du ein heißer Anwärter auf den begehrten Titel, weil du „dich vorbildlich in dieser schweren Situation geschlagen hast“. Sie sagte wörtlich:
„Für mich ist Frank Stäbler ein Vorbild im Umgang mit dieser Krise und damit ein heißer Anwärter für die Auszeichnung“

Ich liebe einfach die Veranstaltung Sportler des Jahres. Schon bei meinem ersten Besuch 2012 war ich Feuer und Flamme. Diese Auszeichnung ist etwas Einzigartiges. Nach meinem dritten WM-Titel 2018 hatte ich insgeheim schon gehofft, etwas weiter vorne zu landen als Platz 8. Mal schauen, wie es in diesem Jahr läuft. 2020 ist ein hartes Jahr. Der EM-Titel hat sicherlich sportlich eine hohe Bedeutung, aber die Herausforderungen, die Corona gestellt haben, waren und sind auch sehr speziell. Es freut mich, dass Kristina dies so einschätzt. Sollte ich in diesem Jahr weiter vorne landen, würde ich nicht nein sagen - aber egal wer in diesem Jahr gewinnt, es wird ein besonderer Sieger sein.

Siehst du eine Problematik aufgrund von nicht erfolgten Dopingkontrollen und den verschiedenen Trainingsverzögerungen deiner internationalen Konkurrenz?

Seit einigen Jahren mache ich mir nur noch Gedanken über Themen, die ich selbst beeinflussen kann.

Welche Chancen siehst du für Sportdeutschland nach dieser schwierigen Phase, rückt die Sportwelt ein bisschen mehr zusammen?

Sicherlich wäre das wünschenswert. Das hängt aber sicher auch davon ab, wann wir langsam mal wieder zur Normalität übergehen können. Ich selbst habe wie viele andere Sportler Sponsoren verloren, die einfach aufgrund der Schwierigkeiten durch die Pandemie kein Budget mehr haben für eine Partnerschaft. Letztlich wird jeder Verband, Verein und Sportler*in um das wirtschaftliche Überleben kämpfen müssen. Die Bundeswehr hier als Förderer an seiner Seite zu haben, ist somit wichtiger denn je.

Wir arbeiten an Lösungen für eine Auszeichnung am 20.12.2020 in Baden-Baden. Wie ist deine Einschätzung und was glaubst du wird in diesem Jahr wichtig sein um „Sportler des Jahres“ zu werden? Was hältst Du davon durch außergewöhnlich Taten, in extremen Zeiten Zeichen zu setzen?

Es ist ja auch in einem „normalen“ Jahr immer schwierig einen Olympiasieg mit einem EM-Titel zu vergleichen. Letztlich spielen Sympathie, Engagement und mediale Präsenz auch immer eine Rolle. Vielleicht kann man für 2020 einfach einen Sonderpreis für Engagement ins Leben rufen. Dies wäre sicherlich die optimale Lösung, um diesen Punkt zu bewerten. Wir Sportler haben immer auch eine Vorbildfunktion. Somit halte ich es durchaus für sinnvoll mit bemerkenswerten Aktionen Zeichen zu setzen.

Haben Dich besondere Aktivitäten, Aktionen von Sportlern während des Lockdowns beeindruckt?

Zu Beginn des Lockdowns gab es ja zahlreiche virtuelle Bewegungsangebote für Kinder. Eli Seitz, Marcel Nguyen und Malaika Mihambo haben hier beispielsweise klasse Clips produziert. Auch Leon Goretzka und Joshua Kimmich haben ihre Popularität mit „We kick Corona“ eindrucksvoll genutzt, um Spenden zu sammeln.

Bild: André Jung/24passion

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Die Tour trotzt Corona: Emu und der lange Weg

Jetzt also doch! Allen monatelangen negativen Vorzeichen und allen „Kaputtrednern“ zum Trotze: Frankreichs „Nationalheiligtum“, die Tour de France, rollt ab Samstag für drei Wochen über die Straßen der Republik.  Zum 107. Mal. Im späten August und den halben September lang statt des sonstigen Juli-Termins. Unter Vorzeichen, wie es noch keine gab. Mit möglichst wenig Kontakt zu allen, die sie bewundern und verehren. Abgeschirmt in ihrer eigenen, cleanen, immer wieder durch getakteten und „bis zum geht nicht mehr“  hygienischen Hochleistungs-Enklave. Aber letztendlich ist das eingetroffen, was der almmächtige Tour-Direktor Christian Prudhomme bereits zum Beginn der Pandemie-bedingten Restriktionen vorausgesagt hatte: „Nur Weltkriege können die Tour verhindern.“
Und so machen sich die 176 Fahrer aus 22 Teams an der Perle der Cote d’Azur, in Nizza,  auf die 21 Etappen und 3470 Kilometer einer Tour, die – dank acht Gebirgsetappen mit vier Bergankünften und nur einem Zeitfahren – als eine der schwersten der vergangenen Jahre gilt.  Auf die nach schweren Stürzen in der jüngsten Vergangenheit in Verruf geratenen Massensprints wurde weitestgehend verzichtet. Viele wellige Tagesabschnitte sind eher etwas für Ausreißergruppen. Oder für „Einzel-Flüchtlinge“, die ihr Herz in beide Hände und ihre Füße in nimmer enden wollenden rasenden Umdrehungen in die Pedale nehmen.
Mittendrin ein junger Deutscher, dem in diesem Jahr nach seiner glanzvollen Vorjahres-Performance mit Rang vier im Abschluss-Klassement Großes zugetraut werden darf: Emanuel „Emu“ Buchmann, der Schweiger aus dem verwunschenen Oberschwaben, ist einer, dem dieses Terrain eigentlich zugutekommen sollte. Der 27jährige im Team Bora Hansgrohe ist ein Kandidat für das berühmte „Treppchen“, auf dem nach der Ankunft auf den Champs Elysées  am 21. September die drei bestplatzierten Platz nehmen dürfen. Einer, der zumindest in die Fußstapfen von Andreas Klöden treten könnte, der vor 14 Jahren die „Große Schleife“ als Zweiter beendete. Wenn nicht noch mehr.
Ein Sturz beim Critérium du Dauphiné in der vergangenen Woche schien alle Prognosen und Unwägbarkeiten über den Haufen zu werfen. Mittlerweile ist „Emu“ auf dem Weg der Besserung, fühlt sich beim Training auf dem Rad wohler als zu Fuß. Deutschlands Radsportfreunde werden seinen Weg, den auch die ARD von Beginn an in Nizza trotz Reisewarnung begleiten wird, mit Interesse vertreten. Vielleicht führt er ihn ja Ende des Jahres auch noch ins Kurhaus von Baden-Baden…

Bild: picture alliance

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FC Bayern München

Der FC Bayern München hat den Triple Traum vergoldet. Nach bereits gewonnener Meisterschaft, die aufgrund der Corona Pandemie in Deutschland ohne Zuschauer und Fans stattfinden musste, hat der FC Bayern München nach einer Gala-Vorstellung gegen den FC Barcelona (8:2 der dem 7:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien gleichkam auch den Champions League Pokal nach München geholt. Live übertragen durch unseren Partner das ZDF. So bringt sich eine Mannschaft vorzüglich – auch im Corona-geplagten Sportjahr 2020 – in Stellung für die Wahl zur Mannschaft des Jahres 2020.

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