Punkteliste Sportler 2023

1. Lukas Dauser Turnen 1753
2. Florian Wellbrock Schwimmen 1062
3. Oliver Zeidler Rudern 865
4. Eric Frenzel Nord. Kombination 747
5. Markus Rehm Para-Leichtathletik 626
6. Felix Loch Rodeln 624
7. Alexander Schmid Ski alpin 606
8. Patrick Lange Triathlon 383
9. Taliso Engel Para-Schwimmen 246
10. Julian Schmid Nord. Kombination 224

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Die Sieger beim „Sportler des Jahres“ 2023

  • Publiziert in Sdj News

Traditionell werden kurz vor Weihnachten – in diesem Jahr am dritten Advent – in Baden-Baden die herausragenden Sportlerinnen und Sportler des Jahres geehrt. Bei der Proklamation 2023, der insgesamt 77. Gala, standen die Biathletin Denise Herrmann-Wick, der Turner Lukas Dauser und die Basketball-Nationalmannschaft der Männer auf der Bühne im Bénazetsaal des Kurhauses Baden-Baden ganz oben.

Abstimmungsberechtigt waren die Sportlerinnen und Sportler des Olympia- und Perspektiv-Kaders des DOSB und des DBS sowie die Mitglieder des Verbands der Deutschen Sportjournalisten (VDS) aus den Sportredaktionen, die mit ihrer Wahl zum einen die zahlreichen Erfolge der zurückgetretenen Biathletin Denise Herrmann-Wick honorierten und die 34-Jährige als „Sportlerin des Jahres“ kürten. Ihr männliches Pendant ist der Barren-Weltmeister Lukas Dauser, dessen Gold-Auftritt der erste Titel an diesem Gerät nach 38 Jahren ist – und diese Leistung war den Juroren die Auszeichnung „Sportler des Jahres“ wert. Als „Mannschaft des Jahres“ wurde – fast erwartungsgemäß – die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes geehrt, die sich sensationell den Weltmeister-Titel sicherte und mit ihrer Goldmedaille das „Wunder von Manila“ schaffte.

Bei den Sportlerinnen kamen die fünffache Weltmeisterin Darja Varfolomeev (Rhythmische Sportgymnastik) und Katharina Althaus, jetzt verheiratete Schmid (Skispringen), auf die Podiumsplätze. Florian Wellbrock (Schwimmen) sowie Oliver Zeidler (Rudern) belegten bei den Sportlern die Ränge zwei und drei. In der Mannschafts-Wertung ging die Silbermedaille – wie bei der WM in Finnland – an das Eishockey-Team, Dritte wurden die Feldhockey-Männer.

Den „Sparkassenpreis für Vorbilder im Sport“ der Sparkassen-Finanzgruppe des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes nahm in diesem Jahr Eric Frenzel (Nordische Kombination) für „herausragende sportliche Leistungen und soziales Engagement“ entgegen. Isabell Sawade und Gordon Herbert wurden vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als „Trainerin“ respektive „Trainer des Jahres“ geehrt. Die Teamchefin der Rhythmischen Sportgymnastik wurde für ihre „hohe Motivation, Beharrlichkeit und Weitsicht“ sowie die fünf Goldmedaillen und einmal Silber bei der WM ausgezeichnet. Der Kanadier, seit 2021 Bundestrainer der Basketballer, holte im September mit seinem Team sensationell den Weltmeistertitel nach Deutschland.

Zum siebten Mal vergab „Die Sieger-Chance“, eine Zusatzlotterie der Glücksspirale, die Auszeichnung „Newcomer des Jahres“ – diesmal an „Himmelsstürmer“ Leo Neugebauer. Der Zehnkämpfer verbesserte den 39 Jahre alten deutschen Rekord von Jürgen Hingsen um vier Zähler auf 8836 Punkte und war damit 2023 weltweit der zweitbeste Zehnkämpfer.

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„Mannschaft des Jahres 2023“: Basketball-Nationalmannschaft

Das „Wunder von Manila“ und Nowitzkis Erben

Wer in Deutschland an Basketball denkt, zumindest den hochklassigen, auf allerhöchstem Niveau, dem fällt sofort Dirk Nowitzki ein. Zumindest war das bis zum September dieses Jahres so. Denn da setzte bei den Weltmeisterschaften in Japan, Indonesien und auf den Philippinen das kaum für möglich gehaltene „Spätsommermärchen unter den Körben“ ein. Die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes spielte sich im Lauf des Turniers nicht nur in einen wirklichen Rausch: In einem denkwürdigen Halbfinale besiegte sie „Abonnements-Champion“ USA, immerhin amtierender Olympiasieger, in einem dramatischen und hochklassigen Match mit 113:111!

Das Team, angeführt von ihrem Denker und Lenker Dennis Schröder vom NBA-Club Toronto Raptors, einem gebürtigen Braunschweiger, machte im Finale zudem den berühmten „Deckel drauf“. Von der Heimat lange nur in wenigen telegenen Schnipseln bemerkt und erst nach dem Einzug unter die letzten Vier nicht nur von der Hardcore-Fans wahrgenommen, krönten sich die Korbjäger in Schwarz-Rot-Gold selbst. Die Auswahl von Headcoach Gordon Herbert wurde zum ersten Mal überhaupt Weltmeister in dieser Mannschaftssportart, die hierzulande nicht nur hinter König Fußball, sondern oft genug auch hinter den Handballern und den Eishockey-Cracks fast schon ein Schatten-Dasein führte.

Das entscheidende 83:77 gegen die Serben setzte nicht nur ein Ausrufezeichen par excellence, es führte auch zu einem Boom an den Schulen und in den Vereinen. Jeder, oder zumindest fast jeder der „Kids“ wollte auf einmal im wahrsten Sinne des Wortes zumindest zum Korb ziehen, von außen treffen, beim Fastbreak allen davonstürmen. Nur zum viel beschriebenen spektakulären Dunking reicht es vielen aufgrund der fehlenden Zentimeter noch nicht ganz.

Mit dem Finalsieg am 10. September 2023 gegen das Team von Ex-Bundestrainer Svetislav Pesic – er war mit Deutschland 1993 Europameister im eigenen Land geworden – schaffte das DBB-Team eine der größten Sensationen der deutschen Sportgeschichte. Schröder (28 Punkte) und der angriffslustige, neue Jungstar Franz Wagner (19) waren in der Hitze von Manila zwar die erfolgreichsten deutschen Endspiel-Schützen, aber auch sie bilden, wie alle immer wieder betonten, nur einen Teil des Teams, das in Asien zu einer Einheit wurde und sich nun zurecht als die erfolgreiche Generation von „Nowitzkis Enkeln und Erben“ bezeichnen darf.

Kein Wunder also, dass auch die erstmals zum Voting aufgerufenen Sportlerinnen und Sportler sowie die Sportjournalisten diese tolle Truppe zur „Mannschaft des Jahres“ 2023 wählten. Der zweite Titel für die „langen Jungs“ nach 2005.

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„Sportler des Jahres 2023“: Lukas Dauser

Langes Tief – dann kam die Krönung: Weltmeister

Am 8. Oktober erklomm Lukas Dauser die oberste Stufe des Turn-Olymps. Im Sportpaleis von Antwerpen krönte sich der 30-Jährige zum Weltmeister am Barren. Nach seinem gelungenen Abgang schrie er seine Freude heraus und jubelte ausgelassen. Den letzten deutschen WM-Titel an diesem Gerät hatte 1985 der Cottbusser Sylvio Kroll in Montreal/Kanada geholt.

Erst Anfang August war „Luki“ wieder voll ins Training eingestiegen – ein langwieriger Muskelbündelriss an der Schulter hatte den Stabsunteroffizier monatelang behindert, so dass er nicht richtig trainieren konnte. Deshalb war er gezwungen, die Europameisterschaften im April in der Türkei und die „Deutschen“ im Juli in Düsseldorf abzusagen.

Der für den TSV Unterhaching startende gebürtige Ebersberger trainiert seit 2020 in Halle/Saale. Beim Siegerinterview „störte“ sein Freund Fabian Hambüchen – er gewann bei den Welttitelkämpfen 2007 in Stuttgart am Reck die letzte WM-Goldmedaille für den Deutschen Turner-Bund – und brachte ihm einen Becher mit Bier.

„Ich freue mich riesig für ihn, das ist einfach unglaublich schön, toll für ihn und wichtig fürs deutsche Turnen“, sagte „Fabi“, 2007 und 2016 in Baden-Baden selbst als „Sportler des Jahres“ ausgezeichnet. Hambüchen hatte die weltmeisterliche Barren-Übung von Dauser in der Halle verfolgt und zollte ihm höchsten Respekt. „Der Typ hat die Nerven behalten, hat sich von Wettkampf zu Wettkampf gesteigert, und das war heute seine beste Barren-Übung“, lobte der Reck-Olympiasieger von Rio 2016.

Lukas Dauser turnte im Finale voll auf Angriff und lag am Ende mit 15,400 Punkten vor dem Chinesen Shi Cong (15,066) und dem Japaner Kaito Sugimoto (15,000). Er hatte bei seinen Auftritten in Belgien bis dahin die jeweils höchsten Wertungen aller Starter erhalten, aber dennoch die Favoritenrolle von sich gewiesen: „Im Finale sind acht Leute, die Besten der Welt an diesem Gerät, und wir sind alle nur einen halben Punkt auseinander. Jeder kleine Fehler kann entscheidend sein.“ Der sicher gestandene Abgang, ein Doppelsalto mit halber Schraube, besiegelte jedoch seinen Sieg und war der Beginn verdienten Jubels – von Lukas Dauser selbst, aber auch von den Teamkameraden. Die deutsche Mannschaft hatte sich zuvor bereits für Olympia 2024 in Paris qualifiziert.

„Auf jeden Fall ist das die Krönung – absolut“, ordnete der Olympia-Zweite von Tokio 2021 die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft „im ganz oberen Regal“ ein. „Das hätte ich mir nicht besser erträumen können“, so der gebürtige Bayer, der sich bei der WM seinen größten Traum erfüllen konnte: „Mein Ziel war immer, die deutsche Hymne zu hören bei einem großen Wettkampf. Das habe ich geschafft, und das ist unglaublich schön.“

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