Stäbler: Es geht wieder los

  • Publiziert in Sdj News

Für Deutschlands überragenden Ringer Frank Stäbler läuft der Countdown zum Re-Start. Am 3. Oktober steht der 31-Jährige im ersten Duell der Bundesliga wieder auf der Matte. Aber das ist erst der Auftakt zum langen Marsch Richtung Olympia 2021. In unserem Interview nimmt der aktuelle Europameister auch zur Corona-Problematik konkret Stellung.

Die Corona-Pandemie hat alles in Deutschland und Sportdeutschland lahmgelegt, du hast bisher in diesem Jahr nur fünf Kämpfe absolviert. Wie „heiß“ bist du auf den Bundesliga-Start (Anm.: am 3. Oktober), jetzt auch noch für einen neuen Verein?

Es ist für alle ein verrücktes Jahr. Mein letzter Kampf war am 12. Februar. Seither hat sich die Welt verändert. In der kommenden Saison gehe ich für den ASV Schorndorf auf die Matte. Ein sehr traditionsreicher Verein bei mir aus der Region. Optimal für die kommenden Monate und meinem Weg in Richtung Tokio 2021.

Als Europameister bist du einer der wenigen Sportler in Deutschland, die in diesem Jahr einen Titel mit nach Hause nehmen konnten, motiviert das für die kommenden zwölf Monate?

Ja, es ist unfassbar bitter für viele Kolleginnen und Kollegen, dass in diesem Jahr fast alles ausgefallen ist. Wir hatten mit der Europameisterschaft Glück, dass sie schon im Februar stattgefunden hat. Das EM-Gold war mein fünfter großer internationaler Titel, das macht mich schon etwas sprachlos. Meine Motivation für die kommenden zwölf Monate ist aber vor allem der Traum von einer olympischen Medaille. Das treibt mich an.

Du hoffst auch auf eine Auszeichnung beim „Sportler des Jahres“ 2020, denkst du, dass in diesem Jahr der Blickpunkt der Journalisten nicht nur auf sportlichen Erfolgen liegen wird?
Auch für Kristina Vogel bist du ein heißer Anwärter auf den begehrten Titel, weil du „dich vorbildlich in dieser schweren Situation geschlagen hast“. Sie sagte wörtlich:
„Für mich ist Frank Stäbler ein Vorbild im Umgang mit dieser Krise und damit ein heißer Anwärter für die Auszeichnung“

Ich liebe einfach die Veranstaltung Sportler des Jahres. Schon bei meinem ersten Besuch 2012 war ich Feuer und Flamme. Diese Auszeichnung ist etwas Einzigartiges. Nach meinem dritten WM-Titel 2018 hatte ich insgeheim schon gehofft, etwas weiter vorne zu landen als Platz 8. Mal schauen, wie es in diesem Jahr läuft. 2020 ist ein hartes Jahr. Der EM-Titel hat sicherlich sportlich eine hohe Bedeutung, aber die Herausforderungen, die Corona gestellt haben, waren und sind auch sehr speziell. Es freut mich, dass Kristina dies so einschätzt. Sollte ich in diesem Jahr weiter vorne landen, würde ich nicht nein sagen - aber egal wer in diesem Jahr gewinnt, es wird ein besonderer Sieger sein.

Siehst du eine Problematik aufgrund von nicht erfolgten Dopingkontrollen und den verschiedenen Trainingsverzögerungen deiner internationalen Konkurrenz?

Seit einigen Jahren mache ich mir nur noch Gedanken über Themen, die ich selbst beeinflussen kann.

Welche Chancen siehst du für Sportdeutschland nach dieser schwierigen Phase, rückt die Sportwelt ein bisschen mehr zusammen?

Sicherlich wäre das wünschenswert. Das hängt aber sicher auch davon ab, wann wir langsam mal wieder zur Normalität übergehen können. Ich selbst habe wie viele andere Sportler Sponsoren verloren, die einfach aufgrund der Schwierigkeiten durch die Pandemie kein Budget mehr haben für eine Partnerschaft. Letztlich wird jeder Verband, Verein und Sportler*in um das wirtschaftliche Überleben kämpfen müssen. Die Bundeswehr hier als Förderer an seiner Seite zu haben, ist somit wichtiger denn je.

Wir arbeiten an Lösungen für eine Auszeichnung am 20.12.2020 in Baden-Baden. Wie ist deine Einschätzung und was glaubst du wird in diesem Jahr wichtig sein um „Sportler des Jahres“ zu werden? Was hältst Du davon durch außergewöhnlich Taten, in extremen Zeiten Zeichen zu setzen?

Es ist ja auch in einem „normalen“ Jahr immer schwierig einen Olympiasieg mit einem EM-Titel zu vergleichen. Letztlich spielen Sympathie, Engagement und mediale Präsenz auch immer eine Rolle. Vielleicht kann man für 2020 einfach einen Sonderpreis für Engagement ins Leben rufen. Dies wäre sicherlich die optimale Lösung, um diesen Punkt zu bewerten. Wir Sportler haben immer auch eine Vorbildfunktion. Somit halte ich es durchaus für sinnvoll mit bemerkenswerten Aktionen Zeichen zu setzen.

Haben Dich besondere Aktivitäten, Aktionen von Sportlern während des Lockdowns beeindruckt?

Zu Beginn des Lockdowns gab es ja zahlreiche virtuelle Bewegungsangebote für Kinder. Eli Seitz, Marcel Nguyen und Malaika Mihambo haben hier beispielsweise klasse Clips produziert. Auch Leon Goretzka und Joshua Kimmich haben ihre Popularität mit „We kick Corona“ eindrucksvoll genutzt, um Spenden zu sammeln.

Bild: André Jung/24passion

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Die Tour trotzt Corona: Emu und der lange Weg

Jetzt also doch! Allen monatelangen negativen Vorzeichen und allen „Kaputtrednern“ zum Trotze: Frankreichs „Nationalheiligtum“, die Tour de France, rollt ab Samstag für drei Wochen über die Straßen der Republik.  Zum 107. Mal. Im späten August und den halben September lang statt des sonstigen Juli-Termins. Unter Vorzeichen, wie es noch keine gab. Mit möglichst wenig Kontakt zu allen, die sie bewundern und verehren. Abgeschirmt in ihrer eigenen, cleanen, immer wieder durch getakteten und „bis zum geht nicht mehr“  hygienischen Hochleistungs-Enklave. Aber letztendlich ist das eingetroffen, was der almmächtige Tour-Direktor Christian Prudhomme bereits zum Beginn der Pandemie-bedingten Restriktionen vorausgesagt hatte: „Nur Weltkriege können die Tour verhindern.“
Und so machen sich die 176 Fahrer aus 22 Teams an der Perle der Cote d’Azur, in Nizza,  auf die 21 Etappen und 3470 Kilometer einer Tour, die – dank acht Gebirgsetappen mit vier Bergankünften und nur einem Zeitfahren – als eine der schwersten der vergangenen Jahre gilt.  Auf die nach schweren Stürzen in der jüngsten Vergangenheit in Verruf geratenen Massensprints wurde weitestgehend verzichtet. Viele wellige Tagesabschnitte sind eher etwas für Ausreißergruppen. Oder für „Einzel-Flüchtlinge“, die ihr Herz in beide Hände und ihre Füße in nimmer enden wollenden rasenden Umdrehungen in die Pedale nehmen.
Mittendrin ein junger Deutscher, dem in diesem Jahr nach seiner glanzvollen Vorjahres-Performance mit Rang vier im Abschluss-Klassement Großes zugetraut werden darf: Emanuel „Emu“ Buchmann, der Schweiger aus dem verwunschenen Oberschwaben, ist einer, dem dieses Terrain eigentlich zugutekommen sollte. Der 27jährige im Team Bora Hansgrohe ist ein Kandidat für das berühmte „Treppchen“, auf dem nach der Ankunft auf den Champs Elysées  am 21. September die drei bestplatzierten Platz nehmen dürfen. Einer, der zumindest in die Fußstapfen von Andreas Klöden treten könnte, der vor 14 Jahren die „Große Schleife“ als Zweiter beendete. Wenn nicht noch mehr.
Ein Sturz beim Critérium du Dauphiné in der vergangenen Woche schien alle Prognosen und Unwägbarkeiten über den Haufen zu werfen. Mittlerweile ist „Emu“ auf dem Weg der Besserung, fühlt sich beim Training auf dem Rad wohler als zu Fuß. Deutschlands Radsportfreunde werden seinen Weg, den auch die ARD von Beginn an in Nizza trotz Reisewarnung begleiten wird, mit Interesse vertreten. Vielleicht führt er ihn ja Ende des Jahres auch noch ins Kurhaus von Baden-Baden…

Bild: picture alliance

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FC Bayern München

Der FC Bayern München hat den Triple Traum vergoldet. Nach bereits gewonnener Meisterschaft, die aufgrund der Corona Pandemie in Deutschland ohne Zuschauer und Fans stattfinden musste, hat der FC Bayern München nach einer Gala-Vorstellung gegen den FC Barcelona (8:2 der dem 7:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien gleichkam auch den Champions League Pokal nach München geholt. Live übertragen durch unseren Partner das ZDF. So bringt sich eine Mannschaft vorzüglich – auch im Corona-geplagten Sportjahr 2020 – in Stellung für die Wahl zur Mannschaft des Jahres 2020.

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Hoffnung auf den Weihnachtsmarkt

Seit wenigen Jahren hat Baden-Baden, gerühmt für sein starkes Hotel-Angebot, eine herausragende neue Adresse. An der Langen Straße 100 setzt das ROOMERS Ausrufezeichen. 2020 sollen hier auch die sportlichen Gäste der Auszeichnung „Sportler des Jahres“ wohnen. Wir baten Geschäftsführer Marcus Scholz um seine Einschätzung der aktuellen Situation.


Wie überwindet Baden-Baden die Corona-Krise?
Gastronomisch nicht schlecht, jedoch durch die Auflagen hoher Aufwand und somit werden die Umsätze von den Kosten wieder getilgt. Touristisch noch sehr schleppend, auch weil Baden-Baden in den meisten Köpfen nicht im Epizentrum des Schwarzwaldes angesiedelt ist, und somit die „Daheim-bleiber“ eher tiefer im Schwarzwald buchen oder ganz andere Destinationen gegenüber uns favorisieren

Was ist in diesem Jahr noch möglich?
Touristisch hoffentlich ein starker Aufschwung in der zweiten Hälfte der Sommerferien. Die große Rennwoche und Rückversicherer (mittlerweile abgesagt) sind die großen Dreh- und Angelpunkte, auf die wir noch bauen und welche stattfinden könnten. Dank der Baden-Baden Marketing einige Konzerte und die laufende Ausstellung des Künstlers Refik Anadol mit Digital Dreams. Wir hoffen, dass wir als positiven Abschluss und positives Zeichen am Ende des Jahres den Weihnachtsmarkt eröffnen dürfen und natürlich der Sportler des Jahres stattfinden kann

Wie stellen Sie sich den „Sportler des Jahres“ 2020 vor?
MIm größtmöglichen Ausmaß unter Berücksichtigung der zu dem Zeitpunkt geltenden Covid-Maßnahmen mit der größtmöglichen Medienaufmerksamkeit als positives Zeichen zum Abschluss 2020 und ein Coronafreies 2021

Und Ihre Wünsche für die „After-Corona Zeit“
Ein starkes 2021 in dem die ein oder andere Veranstaltung, Tagung, Gruppe nachgeholt wird und wir als Stadt und Branche das ein oder andere verlorengegangene aus 2020 wieder reinholen können. Eine medial stärkere Verbindung Baden-Badens zum Schwarzwald, um touristisch mit dem Umfeld noch stärker trumpfen zu können. Das Verständnis der Menschen, auch nach Corona im täglichen Miteinander die gebotene Rücksicht zu wahren und dem erneuten Ausbruch mit entgegenzuwirken.

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