Mekka des deutschen Straßen-Radsports

DM-Titel, Olympiafahrkarten, Tour de France –Tickets und Deutschland Tour-Billets – die Deutschen Straßenmeisterschaften vom 21. bis zum 23.Juni 2024 haben es in sich. Zum zweiten Mal in Folge trifft sich das Who is Who der deutschen Radsport-Elite in Bad Dürrheim und Donaueschingen, darunter Olympiasieger, Weltmeister und Europameister.

Klar, dass das einzige deutsche World Tour-Team BORA-hansgrohe das Prunkleibchen zur Großen Schleife nach Frankreich nehmen will. Kein Selbstläufer. Die imposante Konkurrenz wird sich wehren. Der im Vergleich zum Vorjahr leicht entschärfte, aber immer noch anspruchsvolle Straßenkurs mit dem Alpe d‘Huez-Flair an den Anstiegen in Aasen und Öfingen hat es in sich. Etwas für Nico Denz. Der Albbrucker, im letzten Jahr hinter „Emu“ Buchmann Zweiter, könnte seinen „Heimvorteil“ nutzen. Und: Er steht im vorläufigen Tour de France-Aufgebot bei BORA-hansgrohe. „Ich wäre natürlich gerne Deutscher Meister und würde dies auf mich nehmen, wenn das so geplant ist. Wichtig ist zuerst einmal, dass wir das Trikot im Team halten. Ob ich das jetzt bin, oder jemand anderes, ist erst einmal zweitrangig“, sagt der frischgebackene Dreifach-Papa. „Aus Erfahrung war die DM in den letzten Jahren immer Vollgas, das heißt, DIE FAHRER machen das Rennen. Daher erwarte ich auch dieses Jahr, dass es wieder richtig hart ausgefahren wird.“  Chancen hat durchaus auch der Tour-Bergkönig der Herzen von 2022, Simon Geschke. Seine letzte Profisaison. Der Titel fehlt noch in „Simonis“ Palmares. Beim Einzelzeitfahren setzt Nils Politt auf Titelverteidigung. Schließlich, so meint er, sei der Sieg diesmal gleichbedeutend mit einem Olympiaticket für Paris.

Auch bei den Frauen wird scharf geritten. Große Favoritin ist Liane „Lilly“ Lippert die ihren Titel-Hattrick perfekt machen könnte. Die 26-jährige hat eine mehrmonatige Verletzungspause hinter sich, kam erst jüngst zurück und ist frisch und angriffslustig. Die Friedrichshafenerin mit dem wahrscheinlich größten Fan-Club an der Strecke hat ein Ziel: Olympia im August! Und: danach die Tour de France Femmes.

Beim Kampf gegen die Uhr kommen die Gold-Mädels des Olympia-Bahnvierers von Tokio zum Zug. Die Mannschaft des Jahres 2022 von Baden-Baden. Allen voran Titelverteidigerin Mieke Kröger, die dieses Jahr auf einen Profivertrag und auf fast alle Straßenrennen verzichtet. Ihr Motor läuft für Olympia. Auch ihre Goldvierer-Kolleginnen Lisa Klein und „Franzi“ Brauße schielen auf einen der raren Startplätze für das Straßenrennen in Paris und deshalb in Bad Dürrheim auf das begehrte Meistertrikot. 

Am Start contre-la-montre stehen auch die letztjährigen U23-Sieger, die U23-Zeitfahr-Weltmeisterin Antonia Niedermaier und Moritz Kretschy.

Bereits am DM-Samstag soll das Straßen-Olympia-Team präsentiert werden. Und wer ein bisschen Museumsluft schnuppern möchte, braucht sich nur umzudrehen und ins „1st Jan Ullrich Cycling Museum“ im Haus des Gastes zu schreiten. Die temporäre Ausstellung mit Rennmaschinen, Trikots, und Devotionalien, welche jahrelang im Keller des bislang einzigen deutschen Tour de France-Siegers schlummerten, umfasst auch die Tiefen in „Ulles“ Leben. Geadelt wurde die Museumseröffnung Ende Mai übrigens durch die Anwesenheit von Fußball-Legende Günter Netzer, der in seiner ruhigen Art überlegte Worte für seinen Freund Jan Ullrich fand.

Bild: Ulrike Hugger

 

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