„Angie“ Kerber krönt sich zur „Tennis-Queen“

In den Spuren von Steffi Graf
Angelique Kerber wandelt immer mehr in den Spuren von Steffi Graf. Nach ihrem Tennis-Triumph von Wimbledon gegen Serena Williams könnte sie nun am Ende des Jahres zum zweiten Mal nach 2016 „Sportlerin des Jahres“ werden. Diese Auszeichnung errang Stefanie Graf in den Jahren zwischen 1982 und 1999 gleich fünfmal und das sollte für „Angie“ in den kommenden Jahren genug Anreiz zu weiteren Taten sein.

In ihrer Karriere spielt dabei der Name von Serena Williams eine besondere Bedeutung. Im Januar 2016 besiegte sie nämlich im Finale der Australian Open die US-Amerikanerin in drei Sätzen und sicherte sich ihren ersten Grand-Slam-Titel. Sechs Monate später trifft sie in Wimbledon im Endspiel erneut auf die damalige Weltranglistenerste, ist aber in zwei Sätzen chancenlos. Nun gelingt ihr zwei Jahre später die Revanche und krönt sie sich 22 Jahre nach dem letzten Erfolg von Steffi Graf selbst zur „Tennis-Queen“ von Wimbledon.

„Angie spielt wieder ihr bestes Tennis und ihr sympathisches Auftreten sollte auch den Nachwuchs in Deutschland beflügeln“, meint die langjährige Bundestrainerin  Barbara Rittner, die das Match auf dem heiligen Rasen von London im ZDF mitkommentierte. Tatsächlich gab sich die Kielerin im Finale keine Blöße, beeindruckte sie mit ihrer krachenden Vorhand, erreichte sie auch die schwierigsten Bälle und irritierte sie als Linkshänderin ihre erfahrene Gegnerin.

Das war und ist umso erstaunlicher, weil Kerber nach ihrem Traumjahr 2016 und ihrem Aufstieg zur Weltranglistenersten ein Jahr später ein wahres „Seuchen-Jahr“ erlebte. Von 22 Turnieren gewann sie kein einziges Mal, wirkte verunsicherte und stürzte bis auf Rang 22 zurück. Erst ein Trainerwechsel von Torben Beitz zu dem Belgier Tim Fisette bewirkte die Wende. Die Kielerin mit ihren polnischen Vorfahren findet wieder zu ihrem kraftvollen Spiel, klettert in der Weltrangliste erneut nach oben und fährt selbstbewusst nach Wimbledon.

Für die 30-Jährige wird mit dem Triumph gegen Serena Williams ein Traum wahr.“Ich hatte als Kind Steffi und Boris in Wimbledon siegen sehen und ich wollte das eines Tage selbst schaffen“, bekannte sie nach dem Erfolg auf dem Centre Court. Strahlend hob sie den Pokal in die Höhe und erlebte ihr eigenes Sommer-Märchen. Vielleicht gibt es ein weiteres noch im Winter in Baden-Baden. Dort lockt die Auszeichnung „Sportlerin des Jahres.“

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