Hitzige Leichtathletik-WM

Es beginnt wie üblich am ersten Tag mit dem Marathon und endet wie immer mit der Staffel der Mittelstreckler. Dazwischen aber ist an insgesamt zehn Tagen vieles neu bei der Weltmeisterschaft der Leichtathleten. Und das liegt weniger an den Athletinnen und Athleten, sondern an den Umständen. Sprich am Austragungsort und dem Zeitgeist. Denn in Tagen, an denen über Erderwärmung und Klimawandel debattiert wird, veranstaltet der Weltverband IAAF in der katarischen Metropole Doha ein Championat, das Überlegungen zum Thema Eindämmung der Energie-Verschwendung ad absurdum führt.
Bei Außentemperaturen um 40 Grad in einem Stadion, das permanent auf 26 Grad herunter gekühlt wird, versuchen auch die deutschen Vertreter*innen der olympischen Kernsportart sich ungeachtet dieser Diskussionen auf ihre sportlichen Leistungen zu konzentrieren. Schließlich ist für viele Doha mehr als nur Durchgangsstation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.
Im Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für diese 17. Welt-Titelkämpfe tauchen zahleiche Medaillen für die 49 Entscheidungen auf. Wie immer aber werden sich (vermutlich) einige die Erwartungen nicht erfüllen und dafür andere ins Rampenlicht treten, mit denen man vorher nicht gerechnet hatte.  Für das Preisgeld würden sich die weltweit besten Kicker wahrscheinlich kaum die Fußballstiefel schnüren. Für Gold gibt es eine Prämie von 60.000 Dollar, für Silber und Bronze 30.000 bzw. 20.000 Dollar.
Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo, 3000-m-Hürden-As Gesa Felicitas Krause und das neue „Wunderkind“ auf der Mittelstrecke, Konstanze Klosterhalfen, werden bei den Frauen am häufigsten genannt, wenn es um Edelmetall geht. Bei den Männern ist traditionell die Phalanx der deutschen Speer- und Diskusriesen im Gespräch, wenn es um  Gold, Silber oder Bronze geht. Auch Zehnkämpfer Kai Kazmirek, Stabhochspringer Raphael Holzdeppe und Hochspringer Matheusz Przybylko gelten als mögliche Protagonisten für vordere Plätze. Und damit auch als wieder als Gäste beim „Sportler des Jahres“ am 15. Dezember in Baden-Baden. Top-Leichtathleten haben quasi ein Abonnement auf Podiumsplätze.
Und dort wird es dann mit Sicherheit, je länger die Veranstaltung dauert, auch kein „Kühlhaus“ mehr sein, sondern zumindest unter den Strahlern auf der Tanzfläche wärmer als 26 Grad werden. Was weniger der Erderwärmung, sondern in diesem Fall der Partylaune der Gäste zuzuschreiben ist.

Bild: picture alliance

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