Der große Wurf: Von Berlin über Tokio nach Baden-Baden

So unterschiedlich kann die Wahrnehmung eines großen, kontinentalen Sportereignisses bei den Beteiligten sein. Während der alte und neue Handball-Europameister Spanien den Gazetten zu Hause nur eine Randnotiz wert ist  – („Spanien ist ein Fußball-Land. Wir feiern uns selbst“ sagt etwa Abwehrspieler Gedeon Guardiola vom Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen) – wird der fünfte Platz der deutschen Auswahl mal wieder hin und her gedreht und seziert. Blechmedaille oder Olympia-Quali?  Hopp oder top? Ja, was denn nun?
Denn der nach dem verpatzten und verpassten Halbfinale eigentlich für den Deutschen Handballbund (DHB) noch viel wichtigere Ausleseprozess steht nun m April in Berlin an. Ein Qualifikationsturnier für Tokio, für das Turnier unter den fünf Ringen. In der Hauptstadt bekommt es die Auswahl von Bundestrainer Christian Prokop mit dem EM-Vierten Slowenien, Rekord-Europameister Schweden und Algerien zu tun. Zwei Konkurrenten müssen sie  dabei hinter sich lassen, wenn Andreas Wolff und Co. in den Flieger gen Nippon klettern wollen. Und das wird nicht weniger hart als der abschließende 29:27-Triumph gegen Favoritenschreck Portugal im Spiel um Rang fünf.
Viermal ohne Auszeichnung um den Hals kehrten Heiner Brands Erben nun nach dem EM-Titel von 2016 nach Hause. Viermal nah dran, und dann doch viermal weit weg.  „Für den ganz großen Wirf fehlt uns noch die Konstanz“ monierte DHB-Vizepräsident Bob Hanning in seiner EM-Analyse. Aber vielleicht kommt der große Wurf ja dann doch noch in diesem Jahr. Erst in Berlin und dann in Tokio. Einer, der auch die Türen zum Kurhaus in Baden-Baden im Dezember öffnen würde…

Bild: picture alliance

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