Irre WM für Puckjäger

Schade! Am Ende hat es nicht ganz gereicht für den Griff zur Krone des härtesten und schnellsten Mannschaftssports de Welt. Drei Jahre nach dem unvergesslichen olympischen Turnier und dem Silber, dem nur wenige Sekunden zur Verwandlung ins Gold fehlten, scheiterte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der in Riga ausgetragenen WM nur knapp am nächsten Einzug in das Finale eines großen Turniers. Gegen den später von Kanada entthronten Weltmeister Finnland zogen die Cracks von Trainer Toni Söderholm im Halbfinale nach einer starken Vorstellung mit 1:2 den Kürzeren. Im „kleinen Finale“ gegen die USA war dann der „Akku“ leer. Statt des erhofften Edelmetalls gab es am Ende ein 1:6, das am guten Gesamteindruck jedoch nichts änderte.

Und so erwiesen sich die Puckjäger im schwarz-rot-goldenen Dress nur wenige Tage nach dem Absolvieren einer anstrengenden Meisterschaftsrunde als homogene Truppe. Auch ohne Superstar Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers. Der aktuelle „Sportler des Jahres“, dem der Gewinn des Stanley Cups ein weiteres Mal verwehrt blieb, fehlte dem Silbermedaillengewinner von Olympia 2018 zwar. Doch die meisten seiner Mannschaftskameraden dachten wie der nachgereiste NHL-Stürmer Dominik Kahun nach dem unglücklichen WM-Aus gegen die Finnen: „Wir waren die bessere Mannschaft. Aber die Finnen waren bei ihren wenigen Chancen gnadenlos effektiv.“

Die eingeschworene Truppe mit dem Spieler-Block von Meister Eisbären Berlin entfachte wie schon drei Jahre zuvor in Pyeongchang im späten Frühling ein regelrechtes Eishockey-Fieber in der Heimat. Millionen verfolgten an den Bildschirmen den Sieg im Gruppenspiel gegen die kanadischen Raubeine und das Nerven aufreibende glückliche Shootout im Viertelfinale gegen die Eidgenossen. „Wir kriegen das ja hier vor Ort über die sozialen Medien mit und freuen uns übe die Resonanz zu Hause. Wir hoffen, dass wir erneut etwas für das Ansehen und die Weiterentwicklung unserer Sportart in der Öffentlichkeit tun konnten“, sagte Top-Goalie Mathias Niederberger von Meister Berlin.

Als echte Mannschaft im wahrsten Sinne des Wortes könnten Deutschlands Hockey-Cracks auch in diesem Jahr in Baden-Baden erneut ein Anwärter auf das Podium beim „Sportler des Jahres“ sein. Vielleicht ist „Penalty-Gott“ Marcel Noebels dann auf der Bühne des Kurhauses genau so cool wie beim weltmeisterlichen Penalty-Kimi.

Bild: picture alliance

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.