Sportler des Jahres - Artikel nach Datum gefiltert: März 2018

Para­lym­pische Bilanz

Ein Zeugnis ungeheurer Willenskraft
Zehn Tage Paralympische Spiele sind am Sonntagabend mit einer grandiosen Abschlussfeier im südkoreanischen Pyeongchang zu Ende gegangen. Und wie immer brachten diese ganz besonderen Wettbewerbe behinderter Athletinnen und Athleten in alpinen und nordischen Disziplinen besonders viele Geschichten und Emotionen hervor. Mehr noch als Olympia gelten die Paralympics als ein großartiger Nachweis dessen, was menschliche Willenskraft und der Glaube an sich selbst, an das eigene Leistungs- und Durchsetzungsvermögen, hervorbringen können.
Hinter jedem einzelnen Start, jeder Platzierung, jeder Bestzeit, jeder Überwindung des eigenen Handicaps sollte ein Übermaß an Anerkennung und Bewunderung stecken. Und doch wird auch hier letztendlich mit Resultaten, mit Siegen und Niederlagen, mit Medaillen oder (nur vermeintlich) enttäuschenden vierten Plätzen der Scharfrichter allen sportlichen Tuns zur Bewertung herbei gezogen. So kann die Tatsache, dass die deutschen Athletinnen und Athleten insgesamt 19 Medaillen in den paralympischen Wettbewerben gewonnen haben, auch nur ein Teilaspekt dessen sein, was alle vor Ort geleistet haben.
15 der 18 deutschen Einzelmedaillen holte das Damenquartett Andrea Eskau (46),  Andrea Rothfuss (28), Anna Schaffelhuber (25) und Anna-Lena Forster (22). Mit sechs Medaillen wurde die Thüringerin Andrea Eskau, die die deutsche Delegation auch als Fahnenträgerin ins Stadion geführt hatte, damit auch erfolgreichste deutsche Athletin.  Schaffelhuber und Forster, die beiden Dominatorinnen im Mono-Ski, pushten sich gegenseitig zu ihren paralympischen Erfolgen zwischen den Stangen. Vom Slalom bis zur halsbrecherischen Abfahrt. Viermal Silber, einmal Bronze, lautete die beeindruckende Bilanz von Andrea Rothfuss. Nur mit dem ersehnten Gold wollte es einfach nicht klappen.
Und schließlich wurde auch die „Ehre“ der Männer gegen Ende der Spiele noch gerettet. Seit dem vorletzten Paralympics-Tag in Vancouver vor acht Jahren hatte kein deutscher Mann bei den Winterspielen mehr eine Medaille geholt. Sage und schreibe 29:0 stand es seitdem für die deutschen Frauen. Bis Martin Fleig kam. Der 28-Jährige beendete diese Serie am drittletzten Tag der Spiele im Biathlon über 15 Kilometer. Und das sogar mit einer Goldmedaille. Sie alle hätten es verdient, bei der Stimmabgabe für Deutschlands Sportlerinnen und Sportler des Jahres entsprechend berücksichtigt zu werden. Ob es wirklich so ist, wird man am 16. Dezember in Baden-Baden sehen.

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Die deutschen Para-Girls im Erfolgs­­rausch

Nicht nur „Ladies first“, sondern bisher „Ladies only“:  Bei den Paralympischen Spielen in Pyeongchang betätigen sich bislang alleine die Vertreterinnen des weiblichen Geschlechtes als die Vorzeige-Athleten aus deutscher Sicht.  Zur Hälfte der noch bis am kommenden Sonntag (18. März) andauernden Wettbewerbe auf den olympischen Sportstätten in Südkorea liefern die deutschen Athletinnen erneut ein hervorragendes Zeugnis ihrer Leistungsfähigkeit ab. Damit wurden sie auch dem öffentlichen Druck und der eigenen Erwartungshaltung gerecht.
Erfreulich dabei ist die Tatsache, dass die Last der Erfolgsbilanz nicht nur auf den Schultern der überragenden Monoski-Fahrerin Anna Schaffelhuber liegt.  Zwar unterstrich die 25-jährige Regensburgerin, die bereits vier Jahre zuvor in Sotchi zur alles überragenden Athletin mit fünf Para-Titeln aufgestiegen war, ihre Ausnahmestellung in den alpinen Wettbewerben. Aber neben der Lehramts-Studentin, die in den vergangenen vier Jahren immer in den „Top Ten“ bei der Wahl zu Deutschlands „Sportlerin des Jahres“ gelandet war, schrieben weitere deutsche Athletinnen ihr ihre eigene persönliche Bilanz. Und die stand dabei in nichts zurück.
Schaffelhuber war es jedoch, die ihre Teamkameradinnen von Beginn an mitriss und für die richtige Aufbruchstimmung sorgte. Nach dem Sieg in der Abfahrt holte sie, die sich so gar nicht gerne als der Star der deutschen Mannschaft verstanden wissen will,  in ihrer Disziplin der sitzenden Starterinnen auch Gold im Super-G Gold. In der Super-Kombi musste sie nur ihrer Teamkollegin Anna-Lena Forster den Vortritt lassen, sodass am Ende zwei deutsche Athletinnen auf das Podium zur Siegerehrung fahren konnten. Im abschließenden Slalom hoffen beide auf weitere Erfolge. Als Edelmetall-Liebhaberin entpuppte sich auch Andrea Rothfuss: Sie raste in der stehenden Disziplin zu überragenden vier Podest-Plätzen: Silber in der Abfahrt, Super-G, Super-Kombi und Riesenslalom.
Ein ganz besonderer Fall ist die Spezialistin in den nordischen Disziplinen, Andrea Eskau. Die Fahnenträgerin der deutschen Mannschaft in Pyeongchang, die ja eigentlich eine „gelernte“ Handbikerin ist und in Peking schon zu paralympischem Gold gefahren war,  stockte ihre persönliche Winter-Bilanz weiter auf. Die 46-jährige Thüringerin ist eine ungewöhnliche Athletin mit Erfolgen im Sommer wie im Winter. Den beiden Silbermedaillen im Ski-Langlauf folgte jetzt in Korea auch noch das Gold im sitzenden Biathlon.

Bild: picture alliance

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Pyeongchang 2.0: „Anna die Große“ …

…und das Deutsche Paralympics-Team

Die Olympioniken sind längst abgereist,  die (meisten) Paralympiker dagegen bereits eingetroffen: Knapp zwei Wochen nach dem Ende der olympischen Winterspiele steht Südkorea ab Freitag dieser Woche vor dem nächsten globalen sportlichen Großereignis: In Pyeongchang gehen die Sportlerinnen und Sportler  des Deutschen Behindertensportverbandes auf Medaillenjagd. 20  Athletinnen und Athleten sowie vier Begleitläufer möchten  es ihren nicht behinderten Kolleginnen und Kollegen bei der Medaillenvergabe gleichtun.  Gelegenheit dazu haben die DBS-Vertreter bis zum  18. März bei insgesamt 80 Wettbewerben in  sechs Sportarten: Biathlon, Curling, Sledgehockey (Eishockey auf Schlitten),  Ski Alpin, Langlauf und Snowboard.
Star des Deutschen Teams ist unbestritten die fünffache Paralympics-Siegerin von Sotchi 2014, Anna Schaffelhuber. Die 25jährige gebürtige Regensburgerin geht erneut in allen fünf Disziplinen der alpinen Wettbewerbe an den Start. Die Lehramts-Studentin, die seit ihrer Geburt querschnittsgelähmt ist, und auf den Rollstuhl angewiesen ist, beherrscht ihren Mono-Skibob, der mit speziellen Unterarmstützen ausgerüstet ist, mit traumwandlerischer Sicherheit. „In Sotchi war ich noch eine von vielen gewesen, in diesem Jahr bin ich in jedem Wettbewerb Titelverteidigerin. Das ist etwas ganz anderes, der Druck ist immens groß“, sagt Schaffelhuber  die ihre größte Konkurrentin im eigenen Team weiß: Die erst 22jährige Anna-Lena Forster gilt ebenfalls als aussichtsreiche Kandidatin auf Edelmetall in den alpinen Wettbewerben.
Um den Startern möglichst gleiche und faire Bedingungen zu garantieren, werden die Sportler und Sportlerinnen nach dem Grad ihrer Behinderung eingestuft und duellieren sich mit dem größtenteils gleichen Grad der Behinderung oder Einschränkung. Inzwischen  haben die Paralympics auch in der öffentlichen Wahrnehmung einen immer höheren Stellenwert eingenommen. Aus Pyeongchang übertragen die beiden Öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF im Wechsel von den gleichen Wettkampfstätten, auf denen auch die Olympischen Wettbewerbe stattfanden. Der Medienpartner, des „Sportler des Jahres“, das ZDF,  überträgt  die Eröffnungsfeier der Paralympics am Freitag, 9. März, ab 11.50 Uhr. Beide Sender schicken rund 60 Stunden an Live-Entscheidungen und Hintergrundberichten aus Pyeongchang nach Deutschland.
Paralympische Athletinnen und Athleten sind auch beim „Sportler des Jahres“ gern gesehene Gäste. Ihre Leistungen wurden bereits mehrfach auf vorderen Plätzen der Ergebnislisten gewürdigt.  Anna Schaffelhuber lag in den Jahren zwischen 2014 und 2017 als Vierte, Siebte und Zehnte jeweils auf einem Top-Ten-Platz. Para-Leichtathletin Vanessa Low wurde im Jahr 2016  Achte. Wiederholung bei einem erfolgreichen Abschneiden der Delegation um „Anna die Große“  in den Spielen ab dem kommenden Freitag auch im Dezember dieses Jahres nicht ausgeschlossen.

Bild: picture alliance

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