Sportler des Jahres - Dezember 2019

Deutsche Newcomer im Flow

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Was besonders auffiel, in einem „Zwischenjahr“ des Sports – ohne Fokussierung auf Olympische Spiele oder Fußball-Weltmeisterschaften? Die Boys & Girls jüngerer Jahrgänge nutzen ihre Chance, bei den „Großen“ nicht nur mitzumischen, sondern gleich durchzustarten. Und damit Werbung für die eigene Person und ihre Sportart zu betreiben. Beispiel: Bei der traditionellen Vor-Pressekonferenz „Sportler des Jahres“ nahmen gleich zwei Aufsteiger auf dem Podium Platz: die 20-jährige Bahnrad-Europameisterin Franziska Brauße und der 23-jährige Ruderrecke Oliver Zeidler.

Zum dritten Mal stiftet die „Siegerchance“, Zusatz-Lotterie der Glücksspirale, den begehrten Preis für jugendlichen Drive – die Juroren empfanden die Auswahl selten schwieriger. Denn 2019 gelang vielen Youngstern der Durchbruch. Im letzten Winter, als Juliane Seyfarth (19) bei ihrer ersten Teilnahme an einer Ski-WM zweimal Gold, im Team der Skispringerinnen und mit der Mixed-Mannschaft, gewann. Die Rodlerin Julia Taubitz (23) trat aus dem Schatten von Abonnementssiegerin Natalie Geisenberger. WM-Silber 2019 – jetzt startete sie in Lake Placid mit ihrem dritten Weltcupsieg (inklusive Bahnrekord) in die neue Saison.

Im Kanu-Rennsport, einer traditionellen deutschen Domäne, macht sich Jacob Schopf (20) bereits auf in Richtung Tokio 2020. Der „Juniorsportler“ von 2017 sitzt im Generationen-Boot mit Max Hoff (37). Ihr Kajak-Zweier holte die Goldmedaille bei der WM in Ungarn.

Die Bahn-EM in Apeldoorn entwickelte sich zu einer Plattform für Frischlinge. Lea Friedrich (19), im Vorjahr noch vierfache Junioren-Weltmeisterin, reiste mit zweimal Silber und einmal Bronze nach Hause. Ihr Sprintvermögen imponiert auch der erfolgreichsten deutschen Bahnradsportlerin, Kristina Vogel, die ihr manchen Tipp gab. Bei der gleichen Veranstaltung ging Gold in der Einer-Verfolgung an „Franzi“ Brauße, die inzwischen mit dem Vierer auf dem Weltcup-Podest stand.

Übrigens: beim Pressegespräch in Baden-Baden unterstrich Oliver Zeidler, wie gut die Newcomer 2019 auch verbal drauf sind. „Bei meinen ersten Versuchen im Skiff fiel ich in fast bei jedem Training ins Wasser. Dann setzte sich mein Opa mit mir in einen Doppel-Zweier und seitdem weiß ich, wie man ohne Kentern rudert.“ In diesem Jahr holte der Hüne (2,03 m) erst EM- und dann WM-Gold. Und wer aus dem „Team Zukunft“ nimmt am 15. Dezember im Kurhaus von Baden-Baden den Newcomer-Preis entgegen?

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Vorbildpreis – Pluspunkt für den Sport

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Ist die Suche nach Vorbildern im deutschen Sport eigentlich einfach? Nein, keinesfalls – und das ist bereits eine gute Nachricht. Es gab und gibt sie zu Hauf – auch in einem zunehmend kommerziellerem Umfeld. Den Beweis dafür liefert der „Preis für Vorbilder im Sport“, den die Sparkassen-Finanzgruppe im Rahmen der Gala „Sportler des Jahres“ vergibt. Seit 1992 sucht – und findet – die Sparkasse aktive und ehemalige Athletinnen und Athleten, die „aufgrund ihrer Erfolge, ihrer Fairness und ihres charismatischen und engagierten Auftretens“ (so die Definition) Vorbilder für junge Sportler sind.

Das Who is Who der Preisträger unterstreicht, welche Persönlichkeiten diesem Ideal weitgehend entsprechen. Vom zweifachen Ruder-Olympiasieger Thomas Lange reicht die Liste bis zu Radsportlerin Kristina Vogel, die im vergangenen Jahr den Pokal aus den Händen von DSGV-Präsident Helmut Schleweis entgegennahm. Ob „Schorsch“ Hackl, die Rodel-Legende, Paralympics-Heldin Kirsten Bruhn (Schwimmen), der tragische Turn-Recke Andreas Toba oder Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause: eine Vielzahl von Menschen, die nicht nur aufgrund ihrer erzielten Zeiten oder Siege in Erinnerung bleiben – sondern die für ihren Sport durch ihr Auftreten viele Pluspunkte sammeln.

Auch 2019 standen Haltung und Charisma nicht immer im Schatten der großen Schlagzeilen, so dass die Wahl unter zahlreichen Kandidatinnen und Kandidaten nicht leicht fiel. Fest steht im Moment nur: Der Förderbetrag in Höhe von 40.000 Euro geht zur Hälfte an die Preisträgerin und den Preisträger, der gleiche Part kommt Maßnahmen zur Unterstützung des Nachwuchses zugute, bestimmt vom „Vorbild im Sport“.

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Kristina: Vorbildliche Vitalität

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Es war fast ein Moment für die Ewigkeit, am 16. Dezember 2018, als Kristina Vogel bei der Gala „Sportler des Jahres“ mit dem Sparkassenpreis für Vorbilder im Sport auf der Bühne des Kurhauses in Baden-Baden ausgezeichnet wurde, zudem Platz 2 bei der Sportlerinnen-Wahl belegte. Die Gäste erhoben sich zu standing ovations. Es war der erste öffentliche Auftritt der erfolgreichen Bahnradsprinterin, die seit einem Trainingsunfall im Rollstuhl sitzen muss. Zu den allerersten Gratulantinnen gehörte Angelique Kerber – die Anerkennungen reißen seither nicht mehr ab. Weil der Respekt über die Art und Weise, wie die Thüringerin ihre Situation meistert, durch alle Gesellschaftsschichten geht.
Seit Baden-Baden 2018 ist Kristina Vogel fast nonstop unterwegs. Sie lernt ständig besser, den Rollstuhl zu manövrieren, fährt Auto, nimmt Termine via Flugzeug wahr. Gibt wertvolle Tipps, obgleich sie doch selbst noch manchmal Ratschläge benötigen könnte. Für das ZDF fungiert die 29-Jährige seit den Berliner „Finals“ als Expertin am Oval des Bahnradsports, sie zog in den Erfurter Stadtrat ein, bei der Deutschlandtour pilotierte sie ein Handbike. Kristina beanstandet besetzte Behindertenparkplätze. Die WM 2020 in Berlin wird sie als Botschafterin verfolgen. Die Olympischen Spiele in Tokio hat sie – als Kommentatorin – auf dem Plan.
Vorher steht erneut die Reise nach Baden-Baden an. Um ihrer(m) Nachfolger(in) als „Vorbild“ zu gratulieren – die 750 Gäste der Gala dürften dann einmal mehr von der Vitalität der zweimaligen Olympiasiegerin und achtfachen Weltmeisterin überrascht sein.   

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