Sportler des Jahres - August 2021

Historisches Gold für Julia Krajewski

Ihr Erfolg in Tokio hat historische Ausmaße: Als erste Reiterin gewann die Pferdewirtschaftsmeisterin Julia Krajewski aus Warendorf die Goldmedaille in der Einzelwertung der Vielseitigkeit. Die 32-Jährige schloss im Sattel ihrer elfjährigen Stute Amande de B’Neville nach Platz vier in der Dressur und Rang zwei nach dem Geländeritt ihre Aufholjagd mit zwei Runden im Springparcours ohne Abwurf als letzte Starterin nervenstark ab. Mit 26,0 Minuspunkten gewann sie vor dem Briten Tom McEwen (29,30) und dem australischen „Altmeister“ Andrew Hoy (29,60). Strahlend reckte sie im Ziel die Hände „in den sich golden färbenden Nachthimmel“ (ARD-Kommentator Carsten Sostmeier) und wies immer wieder auf ihre „Mandy“, um deren Anteil am Olympiasieg zu würdigen. „Ich bin einfach unfassbar stolz auf mein Pferd, sie hat mir ein unheimlich viel Sicherheit gegeben. Und da ist ein ganz großes Gefühl von Dankbarkeit an all die Leute, die immer an mich geglaubt haben und hinter mir stehen – vor allem Bundestrainer Hans Melzer.“ Der 70-Jährige aus Salzhausen geht nach den Spielen von Tokio in den Ruhestand. In Rio 2016 hatte Julia Krajewski als Ersatzreiterin nach drei Verweigerungen ihres Wallachs Samourai du Thot noch das Streichergebnis geliefert, aber mit dem Team Silber gewonnen. Viel Zeit zu feiern blieb in Japan nicht, in ihrer Funktion als Junioren-Bundestrainerin stehen für die „goldene Reiterin“ in dieser Woche noch Lehrgänge mit ihren Schützlingen in Warendorf an.

Bild: picture alliance

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Märchen für Aline Focken

Verbrieft ist, dass der Opa die Familie Focken für das Ringen begeisterte – und Fakt ist, dass sich in Tokio nun ein unglaublicher Kreis schloss. Aline Rotter-Focken holte das erste deutsche Gold für eine Ringerin – bei ihrem letzten Auftritt, das Karriere-Ende hatte sie vorher schon auf den Tag X terminiert. Aber dann tatsächlich mit der allerhöchsten Weihe abzutreten, gleicht einem Märchen. Und so konnte die 30-Jährige, die in Triberg/Schwarzwald lebt, diese Extrem-Situation kaum begreifen. Ein ganzes Leben habe sie davon geträumt – und von diesem Moment werde sie „noch Jahre“ zehren, der erste O-Ton ins ARD-Mikrofon.

2014 war die Ringerin als WM-Erste erstmals auf die ganz große Bühne des Sports getreten – und im Auditorium bei der Kandidaten-Vorstellung „Sportler des Jahres“ staunten die Journalisten über die Story der vorher eher unbekannten Sportlerin. Bei der Wahl schaffte sie es unter die Top 20 – und setzte den Siegeszug auf den Matten der Welt fort. Zweimal EM-Dritte, Vize-Weltmeisterin 2017 – und auch in Rio 2016 unter den besten Zehn.

Der Rücktritt ist leider fix – aber in Tokio möchte sie unbedingt noch den Einsatz von Frank Stäbler, mit dem sie viel verbindet, verfolgen. Das wäre ein perfektes Happy End für das deutsche Ringen.

Bild: picture alliance

 

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Zverev wurde zum Löwen

Die „Welt am Sonntag“ spürte diese Annäherung: Eine „Goldene Versöhnung“ zwischen Alexander Zverev und der deutschen Sport-Öffentlichkeit könnte sich anbahnen – wenn der Hamburger in Tokio das erste deutsche Einzel-Gold im Tennis gewinnen würde. Jetzt kann genau das geschehen. Locker, in nur 70 Minuten, deklassierte der 24-Jährige im Finale seinen russischen Gegner Khachanov, nachdem er vorher mit Novak Djokovic die Nummer 1 dieses Sports bezwungen hatte.
Bruder und Manager Mischa fand, als Experte von Eurosport, die richtigen Worte zu diesem olympischen Streich. „Es fühlte sich an, als ob sich ganz Deutschland freut.“ Im Outfit mit dem deutschen Adler „wird er größer, stärker und wird zum Löwen“, sein Eindruck zum Team-D-Crack Sascha. Er habe Tennis „wie von einem anderen Stern gespielt, alles richtig gemacht.“ Und damit könne er „Tennis den Menschen näherbringen.“ Eine große Aufgabe – und das in den Spuren von Boris Becker und Michael Stich, die natürlich auch bei der Wahl „Sportler des Jahres“ ihre Big Points machten. Jetzt gehört Alexander Zverev zu den Anwärtern auf einen Top-Platz am 19. Dezember in Baden-Baden.
Im ZDF beschrieb der Tennis-Champion den Background für seine goldene Spur. „Ich habe keine Sekunde für mich gespielt, sondern für Deutschland.“ Und jetzt sei es einfach nur „ein Gefühl, das ich gar nicht beschreiben kann.“

Bild: ZDF

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