Mini-Olympia an der Elbe

Mini-Olympia an der Elbe

Mini-Olympia an der Elbe

Dresden will sich mit den Finals als Juniorpartner für die Berliner Olympiabewerbung anbieten

Am Donnerstag hatten in Dresden die Finals begonnen und bis Sonntag werden bei dem Multisport-Event 133 Deutsche Meistertitel in 20 Sportarten vergeben. Ein modernes Format, das vielen Sportarten mehr TV-Präsenz bietet als üblich, Newcomern ein neugieriges Publikum beschert und Sport in kurzer Zeit auf engstem Raum facettenreich erlebbar macht. Das gab es bei den Finals noch nie: Alles spielt sich in einem Radius von nur 3,5 Kilometern ab.

Mini-Olympia an der Elbe, für Dresden das größte Sport-Event seit mehr als 35 Jahren. „Ich glaube, wir werden unsere Stadt für einige Tagen nicht wiedererkennen. Wir werden an außergewöhnlichen Orten Sport erleben können und ich glaube, das wird zahlreiche neue Sportfans hervorrufen “, sagt Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Zum wiederholten Mal treffen traditionelle Sportarten wie Leichtathletik und Turnen auf „die Neuen“, zum Beispiel Stand-Up-Paddling, Breaking oder Flag Football. Dankbar für die Zuschauer: Alle Sportstätten befinden sich im Stadtzentrum und sind quasi fußläufig oder nur eine kurze Radtour voneinander entfernt erreichbar.

Dresden will sich an diesem Wochenende als Juniorpartner für eine künftige Berliner Olympiabewerbung beweisen. „Kann Sachsen Olympische Spiele? Das ist auch ein echter Testlauf. Wir sind natürlich sicher, dass wir das können“, sagte Sachsens Sportminister Armin Schuster bei der Eröffnung. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will 2026 entscheiden, mit welchem nationalen Bewerbungskonzept man ins Olympiarennen gehen will. Neben Berlin wollen auch München, NRW und Hamburg die Sommerspiele ausrichten.

Zahlreiche deutsche Olympiasieger können die Besucher bestaunen, so zum Beispiel Weitspringerin Malaika Mihambo und Kugelstoßerin Yemesi Ogunleye im brandneuen Heinz-Steyer-Stadion, das mehrere Jahre aufwendig saniert und im vergangenen Sommer wiedereröffnet wurde. Es ist Dresdens neues sportliches „Schatzkästchen“, das es nun mit Leben zu füllen gilt. 

Nur einen Steinwurf entfernt in der Eishalle, in der sich eigentlich die Dresdner Eislöwen auf ihre Premierensaison in der 1. Deutschen Eishockeyliga DEL vorbereiten, zeigt sich die Olympiasiegerin in der Rhythmischen Sportgymnastik, „Sportlerin des Jahres“ Darja Varfolomeev, dem Publikum. In der neu entstandenen Hafencity werden die Dresdner DAS Sportgesicht ihrer Stadt, Kanu-Olympiasieger Tom Liebscher-Lucz, anfeuern. Und auf dem Fluß – mit dem weltberühmten Canaletto-Blick – wird das moderne Coastal Rowing ausgetragen. Hier beendet ein weiterer Gold-Crack, der frühere Doppelvierer-Ruderer Karl Schulze, in seiner Heimstadt seine Karriere.

Auch das touristische Zentrum rund um die Frauenkirche und die Semperoper präsentiert sich mehr als sportlich und bietet (Paris 2024 lässt grüßen) eine einmalige Kulisse u.a. für Klettern, 3×3-Basketball und Bogenschießen.

Text: Skadi Hofmann
Bild: picture alliance

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