Mit voller Kraft Richtung Olympia Qualifikation

Mit voller Kraft Richtung Olympia Qualifikation

Mit voller Kraft Richtung Olympia Qualifikation

Der Deutschland-Achter der Ruderer steht vor einer wichtigen Saison. Nur noch zwei Jahre sind es bis zu den Olympischen Spiele in Los Angeles, bei denen auf die Ruderer noch ganz andere Herausforderungen zukommen. Bereits im kommenden Jahr geht es bei der Weltmeisterschaft in Luzern um die Qualifikation für Olympia, um in Los Angeles überhaupt mit dabei sein zu dürfen. Das Nahziel ist die Weltmeisterschaft der gerade beginnenden Ruder-Saison, im August in Amsterdam.

Auf dem Weg dahin gilt es, die große Lücke, die nach dem personellen Umbruch nach den Olympischen Spielen 2021 in Tokyo entstanden ist, zu schließen. So richtig ist das in den vier Jahren seit Tokyo noch nicht gelungen.

In den drei Jahren vor den Spielen in Japan war das „alte“, eingespielte und routinierte Team dreimal in Folge zum Weltmeistertitel gerudert. Im Finale von Tokyo mussten sie sich nur dem Überraschungs-Team aus Neuseeland geschlagen geben. Die „Kiwis“, die in den Jahren zuvor keine Rolle gespielt hatten, hatten sich in Tokyo nur auf diese eine Bootsklasse konzentriert und dabei den Überraschungs-Coup gelandet. Dem Flaggschiff des Deutschen Ruder-Verbandes blieb zumindest, wie schon 2016 in Rio, die Silber-Medaille.

Davon ist der Deutschland-Achter seitdem und auch aktuell weit entfernt. Der beste Platz der letzten Jahre war noch der vierte Rang bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Zweimal wurde nicht einmal das WM-Finale erreicht und man landete als Sieger des B-Finals insgesamt auf Rang sieben. Einmal, 2023 in Belgrad, reichte es zu Platz fünf.

Der Start in die neue Wettkampf-Saison erfolgt am letzten Mai-Wochenende beim Weltcup in Sevilla. An den Stadt-Kurs auf dem Guadalquivir haben zumindest einige der Trainer, die vor 24 Jahren schon dabei waren, gute Erinnerungen. Bei der WM 2002 meldete sich der Deutschland-Achter, nach der verpassten Olympia-Qualifikation 2000, mit dem Vize-Weltmeistertitel in Sevilla wieder in der Weltspitze zurück. Die Strecke gefiel so gut, dass man die Ruder-Bahn in Andalusien für mehrere Jahre auch als Winter-Trainingslager nutzte.

Jetzt trifft der Deutschland-Achter zum Weltcup-Auftakt gleich auf die amtierenden Weltmeister aus den Niederlanden, auf Vize-Weltmeister Großbritannien und WM-Finalist Polen. Die starken Konkurrenten aus Übersee, vor allem die Boote aus den USA und Australien, werden erst zum Weltcup in Luzern in Europa erwartet. Trotzdem wird Sevilla nach monatelangem Training, einem Orkan mit erheblichen Boots-Schäden beim Trainingslager in Portugal, harten Ergometer-Tests und den nationalen Qualifikations-Rennen eine erste internationale und aussagekräftige Standort-Bestimmung.

Trotz des enttäuschenden siebten Platzes bei der WM, im vergangenen Jahr in Schanghai, setzen Chef-Trainerin Sabine Tschäge und Boots-Trainer Mark Emke mit einer Ausnahme auf die gleiche Besatzung, die bei der WM in China am Start war. Für Benedict Eggeling, der in den Vierer gerückt ist, kommt der Essener Tassilo von Müller neu in den Achter. Ansonsten gibt es nur Umbesetzungen innerhalb des Bootes. Der bisherige Schlagmann Theis Hagemeister (Frankfurter RG Germania) wechselt ans andere Ende, in den Bug. Und Steuermann Jonas Wiesen (RG Treis-Karden), der seit 2022 die Kommandos gibt, blickt in Zukunft ins Gesicht des neuen Schlagmanns Sönke Kruse vom RV Münster. 

Kaum veränderte Besatzung, trotzdem Hoffnung auf ein besseres Abschneiden als zuletzt? Skeptiker zeigen auf die Ergebnisse der nationalen Qualifikations-Rennen, bei denen sich kaum neue Athleten aufgedrängt haben. „So schlecht war die letzte Saison insgesamt ja auch wieder nicht, wenn wir mal von der Enttäuschung bei der WM absehen“, setzt Steuermann Jonas Wiesen dagegen. Immerhin gab es 2025 den Weltcup-Sieg bei der traditionsreichen Rotsee-Regatta in Luzern, Platz zwei beim Weltcup in Varese und bei der Europameisterschaft in Plowdiw den vierten Platz hinter dem alten Rivalen Großbritannien, dem späteren Weltmeister Niederlande und den Italienern.

Platz sieben bei der WM war zudem auch dem neuen Reglement geschuldet, nach dem nicht mehr die ersten drei aus dem Halbfinale für den Endlauf qualifiziert sind, sondern nur Platz eins und zwei aus dem Halbfinale plus die folgenden Zeitschnellsten. Nicht gut überlegt bei einer Outdoor-Sportart, deren Ergebnisse sehr stark von den äußeren Bedingungen abhängig sind und bei der man kaum zwei Rennen exakt miteinander vergleichen kann.

An die Weltcup-Ergebnisse der vergangenen Saison würden die Männer aus dem Deutschland-Achter schon in Sevilla gerne anknüpfen. Den Weltcup in Plowdiw lässt der Deutschland-Achter in diesem Jahr aus. Danach folgen dann traditionell das Weltcup-Finale in Luzern und die Europameisterschaften in Varese. „Wir wollen jetzt erst einmal wieder gut in die Saison rein starten. Gegen den Weltmeister und den Vize-Weltmeister sind wir zwar nicht gerade in der Favoritenrolle. Aber das heißt nicht, dass wir uns da freiwillig hintenan sortieren. Das Ziel wird am Ende sein, von der WM in Amsterdam mit einer Medaille nach Hause zu kommen.“, gibt Steuermann Jonas Wiesen noch vorsichtig ein Ziel für die neue Saison aus.

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