Snowboard-Show in Livigno mit Ramona Hofmeister

Snowboard-Show in Livigno mit Ramona Hofmeister

Ramona Hofmeister
Snowboard-Show in Livigno mit Ramona Hofmeister

Dass es im letzten Weltcup vor den Olympischen Winterspielen nicht für ganz vorn reichte, konnte die Stimmung von Deutschlands Top-Snowboarderin Ramona Hofmeister nicht trüben. Schließlich hatte sie kurz zuvor ein fulminantes Comeback gegeben. Und überhaupt: „Ich bin so dankbar und froh, dass er so gut mitmacht. Ich bin schmerzfrei und kann einfach Snowboardfahren. Und das nach so einer kurzen Zeit“, sagte die 29-Jährige. Mit „er“ meint sie ihren Fuß.

Dass die viermalige Gesamtweltcupsiegerin zurück im Schnee ist und ihren Koffer für die Winterspiele packen kann, war lange Zeit unsicher. Nun aber reist sie als eine von Deutschlands Gold-Hoffnungen nach Italien – und zwar in der Race-Disziplin, die wie alle anderen Snowboard-Wettbewerbe in Livigno ausgetragen wird.

Ende September war es gewesen, als sich Hofmeister bei einem Trainingssturz eine Sprunggelenkfraktur rechts mit Außenbandriss und Knorpelschaden zugezogen hatte. Ihr Olympia-Start war in Gefahr. Gut dreieinhalb Monate später gelang ihr dann jedoch ein sensationelles Comeback: Sieg im Parallel-Riesenslalom im schweizerischen Scuol. Damit war klar, dass ihren dritten Olympischen Spielen nach Pyeongchang 2018 und Peking 2022 nichts mehr im Weg steht. „Ich bin so, so happy“, sagte Hofmeister nach ihrem überraschenden Erfolg. „Das ist verrückt.“

In Bansko/Bulgarien ließ sie kurz danach in ihrem zweiten Parallel-Riesenslalom der Saison den zweiten Sieg folgen. Dass es beim Weltcup in Kärnten dann nur zu Platz elf reichte, erschütterte sie nicht. Zumal hinzu kommt: Der flache Hang der Simonhöhe unterscheidet sich deutlich von der steilen Olympia-Piste in Livigno. Dort wird Hofmeister nicht die einzige deutsche Raceboarderin sein. Unter anderem dabei ist auch Routinier Stefan Baumeister (32), als Siebter des Gesamtweltcups aktuell bester Deutscher und WM-Zweiter des vergangenen Winters.

In Martin Nörl (32) haben auch die Snowboardcrosser einen erfahrenen Mann im Team. Der Gesamtweltcupsieger der Winter 21/22 und 22/23 war bei den Spielen in Peking als Favorit unglücklich gescheitert: Im Viertelfinale stürzte er über einen Gestürzten. Nach einem Bruch des linken Sprunggelenks, den er sich im Dezember 2023 zugezogen hatte, gab er erst im vergangenen Winter sein Comeback.

Auch die Geschichte von Annika Morgan fällt in die Kategorie „beeindruckende Rückkehr“. Die 23-Jährige hatte nach einer Verletzungspause wegen einer Mittelhandfraktur nur einen einzigen Weltcup-Start, um sich für die Winterspiele zu qualifizieren. Mit Nerven aus Stahl überstand sie die Slopestyle-Qualifikation bei den Laax Open in der Schweiz als Dritte, belegte im Wettbewerb dann Rang sechs – und jubelte somit über die geschaffte Norm. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich nach der Verletzungspause so gut fahre“, sagte sie. „Jetzt bin ich einfach hungrig auf Olympia.“

Bild: picture alliance

Teilen Sie diesen Beitrag