Turn-WM: Karina auf dem Sprung nach oben

Turn-WM: Karina auf dem Sprung nach oben

Turn-WM: Karina auf dem Sprung nach oben

Es war ein glänzender Auftritt, den die deutschen Kunstturnerinnen und -turner bei den Heim-Europameisterschaften Ende Mai in Leipzig hinlegten. Mit drei Titeln und insgesamt sechs Medaillen begeisterten sie das Publikum. Allen voran Karina Schönmaier, die sowohl am Sprung wie auch mit dem Ludwigsburger Timo Eder zusammen im neuen Mixed-Wettbewerb Gold holte, zog den internationalen Fokus auf sich. Das wird die Chemnitzerin, die Anfang August in Dresden auch erstmals deutsche Mehrkampfmeisterin wurde, zu spüren bekommen – bei den Weltmeisterschaften in Jakarta. Zwar ist die Konkurrenz in Indonesien größer als auf kontinentaler Ebene, doch an ihrem Paradegerät traut der 20-Jährigen nicht nur Heimtrainer Anatol Ashurkov Edelmetall zu. Die Sportlerin plant dafür ein neues, noch schwierigeres Element, will den Druck, der auf ihr liegt, aber nicht an sich heranlassen. Drei Jahre nach ihrer Premiere in Liverpool auf dieser Ebene hat die gebürtige Bremerin die Führungsrolle in der Riege des Deutschen Turner-Bundes übernommen. Verdiente Athletinnen wie die nationale Rekordmeisterin Elisabeth Seitz haben ihre Karrieren beendet, Schwebebalkenspezialistin Pauline Schäfer-Betz und Olympiafinalistin Helen Kevric befinden sich nach Verletzungen noch im Aufbautraining, Emma Malewski gewöhnt sich gerade an ihren neuen Studienort in den USA. So wird Schönmaier zu diesen ersten Titelkämpfen in Südostasien von ihrer erst 15 Jahre alten Trainingskollegin Jesenia Schäfer und der Heddesheimerin Silja Stöhr begleitet; für die beiden Debütantinnen wird es bei dieser Einzel-WM, in der keine Teamentscheidung ansteht, darum gehen, Erfahrungen inmitten der globalen Spitze zu sammeln. Das gilt bei den Männern auch für den Stuttgarter Gabriel Eichhorn und den Essener Artur Sahakyan. Hier sind es Eder und Barren-Europameister Nils Dunkel, auf denen die Hoffnungen liegen. Wobei Letzterer, mit 28 Jahren der Oldie in der Riege, abwiegelt: Vor allem an den beiden Holmen, an denen er mit seinem EM-Triumph auch sich selbst verblüffte, „dürfte ich keine Chancen auf das Finale haben“. Am Pauschenpferd, wo der Hallenser stattdessen seine Stärken sieht, „habe ich mehr Potential und bessere Möglichkeiten, einen hohen Wert zu erzielen“. Auch Eder richtet seinen Blick zunächst auf das Mehrkampf-Finale, das beide anstreben. „Alles andere ist offen“, sagt der 20-Jährige. Wie Schönmaier bei den Frauen ist der EM-Dritte am Barren der Aufsteiger der vergangenen Monate, war in beiden WM-Qualifikation wie schon zuvor bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften nicht zu schlagen. Für Jakarta hat er noch einmal versucht, seine Programme aufzustocken. „Für eine Medaille im Sechskampf wird das nicht reichen“, glaubt Eder. Was Überraschungen nicht ausschließt. Leipzig hat gezeigt, dass die deutschen Bewegungskünstler dafür gut sind, und gerade das nacholympische Jahr, in dem oft neue Talente auftauchen und bekannte Gesichter fehlen, bietet sich dafür an. Bild: picture alliance

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