Wiedergutmachung in Tokio

Wiedergutmachung in Tokio

Wiedergutmachung in Tokio

Gelingt es den deutschen Leichtathleten, den historischen Tiefpunkt einer medaillenlosen WM 2023 in Budapest bei den Titelkämpfen in Tokio (13. bis 21. September) in einen positiven Trend umzukehren. Die einstige Leichtathletik-Nation ohne Medaille? War kaum vorstellbar. Es gibt aber Signale aus diesem Sommer, die positiv stimmen. Fünf DLV-Rekorde im Laufbereich der Männer (Motto von Robert Farken: „Rekorde sind dazu da, um gebrochen zu werden“), Speerwerfer Julian Weber als Weltjahresbester, die wiedererstarkte Malaika Mihambo und Zehnkämpfer Leo Neugebauer sind die Trümpfe in Japan.

Gold, Silber und Bronze in der 10-Millionen-Metropole…? Julian Weber liegt mit seinen 91,51 Meter deutlich vor der internationalen Konkurrenz und will seinen Fluch als ewiger Vierter ablegen.  „Ich bin reif, um noch weiter zu werfen, am besten jetzt“, so der 31-Jährige.

An der Stätte ihres größten Erfolgs im Olympiastadion will Malaika Mihambo ihren Medaillenreigen fortsetzen. 2021 war sie in Tokio Olympiasiegerin geworden. Nach Corona-Folgen und Verletzungen ist die dreimalige „Sportlerin des Jahres“ wiedererstarkt zurück und optimistisch. Trainer und „Schattenmann“ Uli Knapp bestätigt die Form der Ausnahmeathletin der deutschen Leichtathletik der letzten Jahre mit Bestleistungen im Training unmittelbar vor dem Weitsprung-Finale am Sonntag.

Heiß gehandelt wird Zehnkämpfer Leo Neugebauer. Der Silber-Junge von Paris hat sein Studium in den USA beendet und ist inzwischen Profi. Weil Olympiasieger Markus Rooth (Norwegen) verletzungsbedingt ausfällt, könnte „Leo the german“ unterhalb des Fujiyama der ganz große Coup gelingen.

Zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten darf  Hindernisläufer Frederick Ruppert gezählt werden. Er unterbot den 26 Jahre alten deutschen Rekord von Europameister Damian Kallabis mit 8:01,49 Min. um gleich acht Sekunden und glänzte als erster europäischer Hindernis-Sieger in der Diamond League in Zürich. Ein Mann für eine Überraschung..,

Für Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye    dürfte es sehr schwer werden, ihren Überraschungscoup von Paris zu wiederholen. Mit 20,27 Meter im Kugelstoßen hat sie zwar eine Bestleistung gestoßen, fünf weiter Athletinnen liegen derzeit aber vor Ogunleye. Die deutsche Sprintstaffel der Frauen, im Stade de France unerwartet ,mit Olympia-Bronze dekoriert, hat nur dann eine Chance aufs Podest hinter den favorisierten Amerikanerinnen und Britinnen, wenn sie einen Sahne-Tag erwischen. Aber nicht unmöglich für Gina Lückenkemper & Co.

Welche Chancen gibt es auf deutsche Überraschungen? Hammerwerfer Marlin Hummel hat sich mit 23 Jahren bereits in der Weltklasse etabliert. Hochspringerin Christian Honsel ist in den Kreis der Zwei-Meter-Springerinnen aufgerückt.        

Die Hindernisläuferinnen Gesa Krause und Lea Meyer, die Rekord-Läufer Robert Farken (1500 Meter) und Mohamed Abdilaahi (5000 Meter) kämpfen um eine Finalchance. Dasselbe gilt für die Diskuswerfer Shanice Craft, Kristin Pudenz und Marike Steinacker sowie Clemens Prüfer und Henrik Janssen.

Bild: picture alliance

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