Elf Athletinnen, 29 Athleten und acht Guides in fünf Sportarten: Das Team Deutschland Paralympics wird bei den „Paralimpici“ in Milano – Cortina (6. bis 15. März) die größte Mannschaft seit 1998 in Nagano stellen. In fünf von sechs Sportarten ist das deutsche Team dabei – Rekord.
Die Para Eishockey-Spieler qualifizierten sich dank WM-Platz fünf erstmals seit Turin 2006 wieder und treffen in Mailand in der Vorrunde auf China, Para-Champion USA und Gastgeber Italien. Im Fleimstal messen sich die nordischen Athletinnen und Athleten im Para Skilanglauf und Para Biathlon, in Cortina geht es im Para Ski alpin und im Para Snowboard um Edelmetall. Nur Rollstuhlcurling findet ohne Deutsche statt.
Größte Medaillenhoffnung ist Monoskifahrerin Anna-Lena Forster, die sich in dieser Saison erneut den Gesamtweltcup gesichert hat und 2022 in Peking zwei Mal Gold und zwei Mal Silber gewonnen hatte. Ihre Teamkollegin Anna-Maria Rieder holte vor vier Jahren Bronze und hofft jetzt auch auf ihre Parade-Disziplin Slalom – genau wie der einbeinige Skifahrer Christoph „Grisu“ Glötzner. Bemerkenswert: Andrea Rothfuss startet bei ihren sechsten Spielen, bisher holte die 36-Jährige im steilen Gelände 14 Medaillen.
Im Para Biathlon und Para Skilanglauf blickt Anja Wicker weit nach vorne, bei den vergangenen Weltmeisterschaften stand sie siebenmal auf dem Treppchen. Die Peking-Para-Siegerinnen Leonie Walter und Linn Kazmaier sowie die Para Sportlerin des Jahres 2025, Johanna Recktenwald, dürften mit ihren Guides ums Podest konkurrieren.
Bei den Männern mit Sehbehinderung gewann Nico Messinger ganz knapp den Biathlon-Gesamtweltcup vor Lennart Volkert, die beiden Deutschen sollten mit ihren Guides ebenso im Vorderfeld zu finden sein wie Marco Maier, der 2022 zwei Mal Silber holte. Dazu kommt mit Klassik-Spezialist Sebastian Marburger ein Experte für den Para Skilanglauf.
Mehr als eine Randnotiz wert ist Kathrin Marchand, die 2012 und 2016 im Rudern an Olympischen Spielen teilnahm, 2021 nach einem Schlaganfall dann im Para Rudern ihre Paralympics-Premiere gegeben hat und jetzt im Skilanglauf mitmischen möchte.
Marc Möllmann, erstmals Chef de Mission, spricht von „einem guten Mix aus erfahrenen Athleten“ – sowie exakt die Hälfte des 40-köpfigen Teams, die ihre Premiere feiern. Es sei „eine Mannschaft mit vielen spannenden Charakteren und Geschichten“, gleichzeitig aber auch „mit Potenzial und Perspektive.“ Als Ziel nennt Möllmann einen Platz unter den Top Sechs im Nationen-Klassement. 2018 und 2022 gewann das Team D Paralympics jeweils 19 Medaillen.
Foto: Mika Volkmann / DBS (Anna-Lena Forster)