Olympia mit seinem wahnwitzig-irren Sechs-Sekunden-Finale des epischen Frankreich-Spiels ist den Fans noch in bester Erinnerung, da greifen die deutschen Handballer schon wieder nach Medaillen und Pokalen. Zumindest ist das die Wunschvorstellung der Protagonisten auf dem Spielfeld wie auch der vielen „Mini-Gislasons“ und Couch-Potatoes zu Hause vor der Flimmerkiste. Ab Mittwoch nämlich wird der Weltmeister 2025 gesucht. Wolff, Knorr und Co dürfen zum Auftakt in Gruppe A gegen den Finalgegner desWM-Triumphsvon 2007, Polen, ran. In der Vorrunde warten zudem die Schweiz und Tschechien.
Das gab’s noch nie: Drei Nationen, Kroatien, Dänemark und Norwegen, teilen sich die Gastgeber-Rolle der 29. Männer-WM. Wie immer verdrängen die besten Ballwerfer dieses Planeten das Wort von der Winterpause aus den Köpfen. Es geht abseits der Top-Ligen Schlag auf Schlag, Gegenstoß auf Gegenstoß, Siebenmeter auf Siebenmeter. Silbermedaillen-Gewinner Deutschland schleppt außer dem Rucksack des „ewigen Halbfinal-Mit-Favoriten“ auch noch den Verlust einiger Stammkräfte mit ins Turnier.
Das beginnt für die Eleven von Kult-Trainer Alfred Gislason im dänischen Henning. Der Modus: Acht Vorrunden-Vierergruppen, deren drei Bestplatzierte erreichen die Hauptrunde mit vier Sechsergruppen. Von dort kommen wiederum die zwei Bestplatzierte weiter, ab Viertelfinale ist dann im K.o-Modus „Friss‘oder stirb‘“ angesagt: Einer siegt, der andere fliegt raus.
Klar ist: Die Dänen um Superstar Mikkel Hanse sind wieder diejenigen, die es zu schlagen gilt. Auch wenn das Finale am 2. Februar in Oslo stattfindet. DerIsländer auf der Position des DHB-Cheftrainers kann schon mal zwei seiner Paris-Helden verabschieden, bevor sie überhaupt angereist sind: Abwehr-AssSebastian Heymann und Kreisläufer Jannik Kohlbacher mussten absagen. Mal der kaputte Fuß, dann der malade Ellbogen. Das war’s. An Handball spielen können beide derzeit nicht einmal denken.
13 Pariser „Silberlinge“ nimmt der Coach an der Seitenlinie der deutschen Auswahl noch mit. Und hofft, dass sich nicht noch der eine oder andere in den mit harten Bandagen geführten Duellen selbst nach Hause schießt. Denn nur allzu gern würden die an der Oos in Baden-Baden immer wieder gern gesehenendeutschen Handballer auch 2025 bei der festlichen Gala aufkreuzen. So wie im letzten Dezember, als sie Platz 3 bei den „Teams des Jahres“belegten und durch eine DHB-Delegation, angeführt von Gislason, auf der Kurhaus-Bühne die bronzene Trophäe entgegennahmen.