Cortina 26 putzt sich langsam heraus

Cortina 26 putzt sich langsam heraus

Cortina 26 putzt sich langsam heraus

Wo beginnt eine Werbetour für die XXV Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo am besten? Klar, in München, das sich selbst manchmal als nördlichste Stadt Italiens bezeichnet. Im italienischen Generalkonsulat gaben sich knapp ein Jahr vor Beginn der Spiele (6. bis 22. Februar 2026) unter anderem Vertreter des Organisationskomitees und Politiker aus den dem Land des Olympia-Veranstalters ein Stelldichein. Der Ticketverkauf, der gerade begonnen hat, soll mit diversen Aktionen ankurbelt werden. Wichtig dabei, alles in möglichst hellem Glanz darzustellen. Die Werbevideos und Botschaften aus den Regionen Lombardei, Trentino, Veneto und Südtirol erwecken den Eindruck, dass es eigentlich sofort losgehen könnte. Aber ganz so reibungslos läuft es nicht. Vor allem der Eis-Run in Cortina bereitet Sorgen, weniger für die italienischen „Macher“. Es entstehe eine der besten Bobbahnen der Welt, auch für die Umwelt, sagt der Chef des Organisationskomitees, Andrea Varnier. Wenn sie rechtzeitig fertig wird.

Geplant ist, dass Ende März die Röhre steht und dann das erste Eis aufgetragen werden kann. Anschließend wird schnell wieder abgetaut. Im Sommer müssen noch die Außenanlagen fertiggestellt werden. Anfang November sollen die ersten Testfahren stattfinden, und vom 17. bis 23. November hat der Internationale Bob- und Skeletonverband IBSF einen Weltcup auf der neuen Anlage angesetzt. Ein paar Tage vor der Veranstaltung in München hatte die „Bild-Zeitung“ von einem Sabotageakt berichtet, ein großes Kühlrohr sei mutwillig entfernt worden. Varnier blieb auf Nachfrage vage, sprach lediglich von einem „Zwischenfall“, der gerade untersucht werde. Am Zeitplan soll sich jedoch nichts ändern.

Die Organisatoren hatten sich gegen den Willen des IOC für einen Neubau entschieden, statt aus Nachhaltigkeitsgründen die Bob-, Rodel- und Skeleton-Wettbewerbe auf eine der Bahnen in den Nachbarländern zu verlegen. Der alte Eiskanal, auf dem 1956 die olympischen Bob-Wettbewerbe stattgefunden hatten, aber seit mehr als 20 Jahren nicht mehr genutzt worden war, wurde abgerissen und Anfang des vergangenen Jahres mit den Bauarbeiten für die neue Bahn begonnen.

Selbst die Italiener waren sich nicht wirklich sicher, ob das alles so klappt und suchten deshalb nach einem Alternativ-Ausrichter für die Wettbewerbe im Eiskanal. Warum die Wahl ausgerechnet auf das rund 10 Flugstunden entfernte Lake Placid in den USA fiel und nicht auf eine der Bahnen in Europa, hatte verschiedene Gründe. St. Moritz kam als Naturbahn nicht in Frage, weil dort innerhalb von zwei Wochen nicht so viele Fahrten möglich sind wie bei Olympia erforderlich. Innsbruck-Igls hätte gerne übernommen, aber eine sofortige Zusage benötigt, um den Ausbau mit Hilfe von staatlichen Subventionen beginnen zu können. „Aber das konnten wir nicht. Es ist ja lediglich unser Plan B – falls Plan A nicht funktioniert“, so Varnier. Am Ende blieb nur Lake Placid, weil die Amerikaner kurzfristig einspringen könnten und auch bereit dazu sind.

Aber der Countdown zu den „Giochi Olimpici Invernali“ läuft unaufhörlich weiter. Nicht nur in Cortina, sondern auch in den anderen Fünf-Ringe-Städten Mailand, Bormio/Livigno, Fleimstal, Antholz und Verona, wo dann in der weltberühmten Arena die Abschluss-Zeremonie vorgesehen ist.

Bild: picture alliance

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