Drei WM-Medaillen das Ziel in Saalbach

Drei WM-Medaillen das Ziel in Saalbach

Drei WM-Medaillen das Ziel in Saalbach

Die Erfolge der deutschen Alpinen waren in diesem Winter überschaubar, aber für den Sportvorstand des Deutschen Skiverbandes Wolfgang Maier, ist das noch lange kein Grund, die Ziele für die Weltmeisterschaften in Saalbach-Hinterglemm vom 4. bis 16. Februar herunterzuschrauben. Er peilt drei Medaillen an, „eine bei den Frauen, eine bei den Männern und eine im Team-Event“, konkretisiert er. Sehr ambitioniert angesichts von insgesamt nur drei deutschen Podestplätzen in diesem Winter.  Die hat alle Lena Dürr im Slalom geholt.

Neben der WM-Dritten von 2023 gehört Linus Straßer zu den Medaillenhoffnungen. Die Leistungskurve des Slalom-Spezialisten vom TSV 1860 München zeigt nach seinen Problemen zu Saisonbeginn nach oben. „Er hat sich stabilisiert“, findet Maier mit Blick auf die Plätze vier und fünf in Schladming und Kitzbühel. Für einen guten Start soll eine Medaille im zu WM-Beginn stattfindenden Team-Event sorgen.

Die deutschen Alpinen reisen zwar mit so wenigen Podestplätzen im Weltcup zum Großereignis wie seit 2006 nicht mehr. Aber sie landeten auch nur einmal weniger oft unter den besten Drei als vor vier Jahren. Damals holte das DSV-Team anschließend vier Medaillen bei der WM in Cortina d’Ampezzo. Parallelen sieht Maier aber nicht. Es habe damals viel mehr Athleten in der deutschen Mannschaft gegeben, die das Podest in der laufenden Saison nur knapp verpasst hatten. „Wir waren damals näher dran“, so der DSV-Sportvorstand.

Die Hoffnung ruht deshalb auf einem Außenseiter-Coup. Beispiele für Skirennläufer, die bei einem Großereignis erstmals – oder auch das einzige Mal – ins Rampenlicht rückten, gibt es genügend. Allerdings, findet Maier, ganz selten ist das bisher deutschen Athleten gelungen. Zumindest kann er sich nicht daran erinnern, „dass jemand von uns komplett aus dem Nichts etwas gewonnen hat“.  Viktoria Rebensburg hatte sich zwar schon vor ihrem Riesenslalom-Olympiasieg 2010 in der Branche einen Namen gemacht, aber auf dem Podium war sie erstmals in Vancouver gestanden. Der WM-Titel des bis dahin eher unbekannten Hansjörg Tauscher 1989 bei der Abfahrt in Vail war noch vor Maiers Zeit passiert.

Am ehesten wäre so eine Außenseiter-Medaille Emma Aicher zuzutrauen. Die 21-Jährige vom SV Mahlstetten ist inzwischen die einzige Skirennläuferin, die in allen Disziplinen am Start steht und vor allem im Slalom ein paar Mal aufhorchen ließ. Das große Manko des Allround-Talents: Sie scheidet oft aus, bei vier der sieben Slaloms kam sie nichts ins Ziel. Aber wenn sie durchkam, war sie nicht schlechter als Neunte.

Für Aicher spricht, dass sie sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und Fehler schnell abhaken kann. „Sie ist so unaufgeregt“, sagt Maier über die Tochter einer Schwedin und eines Deutschen. Keine schlechte Eigenschaft, um bei einem Großereignis für eine Überraschung zu sorgen. 

Bild: Lena Dürr / © picture alliance

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