Julian Weber ist auf der Suche nach dem ewigen Moment. Mit 91,51 Metern ist der Mainzer aktuell Weltjahresbester im Speerwerfen und damit WM-Titelfavorit. Er will endlich den ganz großen Wurf landen. „Der Sieg beim Diamond-Finale in Zürich hat mir eine ganze Menge Selbstvertrauen gebracht“, meinte er nach zwei 90 Meter-Würfen im Letzigrund.
Obwohl seit Jahren absolute Weltklasse, hat Weber „nur“ 2022 bei der EM in München einen großen Titel gewonnen. Ansonsten hängt eine dicke „vier“ über seiner Laufbahn. Vierter bei den Olympischen Spielen in Tokio, Vierter bei der WM 2022 in Eugene, Vierter bei der WM 2023 Budapest.
Ein Titel in Japan, wenn nicht jetzt wann dann? „Ein 90 Meter-Wurf ist wie Ekstase und liefert nur Glücksgefühle“, verrät der 1.90-m-Hüne. Und Gold in Tokio wäre die Krönung – eine Empfehlung für die Wahl zum „Sportler des Jahres“.
Speerwerfen ist eine der am meisten den Körper beanspruchende Leichtathletik-Disziplin. Auch Julian Weber hat dies erfahren müssen: Ellbogen-OP, drei Fußoperationen, Bandscheiben- und Achillessehnen-Probleme. Im „stickig-schwülen Nationalstadion von Tokio meisterte er die Qualifikation mit einem Wurf über 87,21 Meter. „Hauptsache relativ weit“, so der von einem Virus geschwächte Athlet im ARD-Interview. „Schöne Würfe“ will er dann beim Finale am Donnerstag zeigen.
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